Hätten Sie es gewusst?

Teurer als erlaubt

Fra­ge: Ich habe mich vor Kur­zem von mei­ner Frau schei­den las­sen und muss­te aus der gemein­sa­men Woh­nung aus­zie­hen. Um mei­ne Kin­der mög­lichst oft sehen zu kön­nen, muss­te ich kurz­fri­stig in der Nähe eine Woh­nung mie­ten. Ich bin der Mei­nung, der Miet­zins ist im Ver­gleich zu ande­ren Woh­nun­gen in der Umge­bung viel zu teu­er. Zudem hege ich den Ver­dacht, dass der Vor­mie­ter weni­ger bezahl­te. Kann ich den Miet­zins anfechten?

Ant­wort: Ja. Wenn Sie einen Miet­ver­trag unter­schrei­ben, erklä­ren Sie mit Ihrer Unter­schrift, dass Sie mit den Miet­be­din­gun­gen ein­ver­stan­den sind. Dies gilt grund­sätz­lich auch für die Höhe des ver­ein­bar­ten Miet­zin­ses. Das Gesetz sieht jedoch vor, dass Sie als Neu­mie­ter einen zu hohen Anfangs­miet­zins auch nach Unter­zeich­nung des Miet­ver­trags als miss­bräuch­lich anfech­ten und eine Her­ab­set­zung ver­lan­gen kön­nen. Damit eine Anfech­tung mög­lich ist, muss eine der fol­gen­den Bedin­gun­gen erfüllt sein:

- Wenn Sie auf­grund einer per­sön­li­chen oder fami­liä­ren Not­la­ge (z. B. Schei­dung, schlech­ten finan­zi­el­len Ver­hält­nis­sen oder vie­le Absa­gen) zum Abschluss der über­teu­er­ten Woh­nung »gezwun­gen« waren.

- Wenn eine Woh­nungs­knapp­heit besteht, wodurch Sie den zu hohen Miet­zins akzep­tie­ren mussten.

- Wenn es eine erheb­li­che Miet­zins­er­hö­hung von min­de­stens 10 % zu Ihrem Vor­mie­ter gab.

Sie müs­sen den Anfangs­miet­zins innert 30 Tagen seit der Schlüs­sel­über­ga­be der Woh­nung bei der ört­li­chen Schlich­tungs­be­hör­de anfech­ten. Sie haben die Woh­nung auf­grund einer per­sön­li­chen Not­la­ge gemie­tet, wes­halb Sie die Vor­aus­set­zun­gen für eine Anfech­tung erfül­len. Gut zu wis­sen: Als Neu­mie­ter haben Sie das Recht, vom Ver­mie­ter zu erfah­ren, wie hoch die Mie­te Ihrer Woh­nung zuvor war. Fra­gen Sie den Ver­mie­ter oder allen­falls den Vor­mie­ter mög­lichst noch vor dem Bezug der neu­en Woh­nung nach der Höhe des alten Mietzinses.

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Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

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