Frage der Woche

Beinaheunfall mit einem Kind

Fra­ge: Ein Kol­le­ge erzähl­te kürz­lich, er hät­te einen schlim­men Unfall nur knapp ver­hin­dern kön­nen, als ihm ein Kind vor das Auto rann­te. Nach­dem er sein Fahr­zeug zum Ste­hen gebracht habe, sei die Mut­ter des Kin­des auf ihn zuge­lau­fen und habe ihn laut­hals beschimpft. Als Auto­fah­rer müs­se er bes­ser auf­pas­sen, wenn Kin­der in der Nähe sei­en. Das Kind spa­zier­te jedoch in Beglei­tung sei­ner Mut­ter. Trägt nicht die­se die Ver­ant­wor­tung dafür, dass ihr Kind nicht auf die Stras­se rennt?

Ant­wort: Nein, der Auto­fah­rer bleibt trotz­dem ver­ant­wort­lich. Selbst­ver­ständ­lich müs­sen die Begleit­per­so­nen dafür sor­gen, dass sich Kin­der im Stras­sen­ver­kehr rich­tig ver­hal­ten und nicht in Gefahr bege­ben. Das Ver­hal­ten von Kin­dern ist aber oft­mals nicht vor­her­seh­bar. Fahr­zeug­len­ker kön­nen sich daher bei Kin­dern nicht auf den im Stras­sen­ver­kehr sonst gel­ten­den Ver­trau­ens­grund­satz beru­fen. Die­ser besagt, dass jeder Ver­kehrs­teil­neh­mer solan­ge dar­auf ver­trau­en darf, dass sich die ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mer ord­nungs­ge­mäss ver­hal­ten, bis kon­kre­te Anzei­chen das Gegen­teil erwar­ten las­sen. Gegen­über Kin­dern gel­ten gemäss der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­rich­tes beson­de­re Regeln. Bei ihnen muss der Auto­fah­rer beson­de­re Vor­sicht wal­ten las­sen. Steht ein Kind am Stras­sen­rand und ach­tet nicht beson­ders auf den Ver­kehr, muss jeder­zeit mit einem Fehl­ver­hal­ten gerech­net wer­den. Dies gilt selbst dann, wenn das Kind in Beglei­tung eines Erwach­se­nen unter­wegs ist. Nur wenn das Kind über­wacht wird und auf des­sen Ver­hal­ten Ein­fluss genom­men wird, die­ses also bei­spiels­wei­se an der Hand gehal­ten wird, gilt die erhöh­te Sorg­falts­pflicht nicht. Dies war bei Ihnen nicht der Fall. Sie hät­ten daher damit rech­nen müs­sen, dass das Kind unver­mit­telt auf die Stras­se rennt und ent­spre­chend vor­sich­ti­ger fah­ren müssen.

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Hätten Sie es gewusst?

Darf ich beschwipst die Piste runterfahren?

Fra­ge: Nach einer feucht­fröh­li­chen Après-Ski-Fei­er behaup­te­te mein Freund, auf der Ski­pi­ste gäbe es kei­ne Alko­hol­gren­ze wie im Stras­sen­ver­kehr und des­halb sei auch „betrun­ken Ski fah­ren“ völ­lig legal. Stimmt das wirk­lich? Ant­wort: Ja, aller­dings ist es nicht ganz so ein­fach – und auf der siche­ren Sei­te ist Ihr Freund kei­nes­falls. Fakt ist: In der Schweiz exi­stiert für Ski­pi­sten tat­säch­lich kei­ne konkrete,

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Plötzliche Kündigung vor der Pension

Fra­ge: Ich bin seit über 35 Jah­ren als Elek­tri­ker in der­sel­ben Fir­ma ange­stellt. Kurz vor mei­ner Pen­si­on hat mir der neue Chef über­ra­schend gekün­digt, angeb­lich aus Grün­den der Erschöp­fung und wegen Kon­flik­ten mit mei­nem direk­ten Vor­ge­setz­ten. Die Kün­di­gung kam ohne Vor­war­nung. Darf er das ein­fach so – ins­be­son­de­re, weil ich kurz vor der Pen­sio­nie­rung ste­he und mein gan­zes Berufs­le­ben für

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Cornel Wehrli Rechtsanwalt

Cornel Wehrli, Rechtsanwalt

Cornel ist mit Priska verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er wohnt in Frick. Als Mitglied des internationalen Serviceclubs Kiwanis gilt sein soziales Engagement den Kindern. In seiner Freizeit geniesst er seine Freiheit auf dem Motarrad oder unter dem Gleitschirm. Wenn Cornel kein Anwalt geworden wäre, würde er sein Geld als Gleitschirm-Testpilot verdienen.

Mein Leitsatz:

«Gesetzeskenntnis allein genügt nicht. Es gilt immer den Menschen mit seinen Sorgen und Wünschen zu erkennen, um gemeinsam den Erfolg anzustreben.»

Haben Sie gewusst?

Cornel hält den Wecker für eine der dümmsten Erfindungen der Menschheit.