Hätten Sie es gewusst?

Muss ich meiner Frau Sackgeld bezahlen?

Fra­ge: Bis vor der Geburt unse­rer Kin­der war mei­ne Frau berufs­tä­tig. Seit­her bleibt sie zu Hau­se und küm­mert sich um die Kin­der und den Haus­halt. Ich hin­ge­gen arbei­te und ver­die­ne das Geld für den Unter­halt der Fami­lie. Von die­sem Geld bezah­le ich die Rech­nun­gen für Kran­ken­kas­se, Mie­te etc. und gebe mei­ner Frau das monat­li­che Haus­halts­bud­get ab. Jetzt ver­langt mei­ne Frau von mir, dass ich ihr jeden Monat ein zusätz­li­ches Sack­geld gebe, das sie zu ihrer frei­en Ver­fü­gung hat. Sie ist der Mei­nung, dass sie einen Anspruch dar­auf hat. Ich finan­zie­re ja schliess­lich auch mei­ne Hob­bys wie das Motor­rad­fah­ren von mei­nem Lohn. Muss ich mei­ner Frau tat­säch­lich ein Sack­geld geben?

Ant­wort: Ja. Laut Gesetz hat der Ehe­gat­te, der den Haus­halt besorgt und die Kin­der betreut, Anspruch dar­auf, dass der ande­re ihm regel­mäs­sig einen ange­mes­se­nen Betrag zur frei­en Ver­fü­gung aus­rich­tet. Der Zweck die­ser Bestim­mung ist es, dass der Ehe­part­ner, der kein Ein­kom­men hat, über den glei­chen finan­zi­el­len Spiel­raum ver­fügt wie der erwerbs­tä­ti­ge Ehe­part­ner. In erster Linie wer­den aus dem ehe­li­chen Ein­kom­men die Kosten für den not­wen­di­gen Unter­halt der Fami­lie und Rück­la­gen für die Alters­vor­sor­ge und aus­ser­or­dent­li­che Anschaf­fun­gen abge­deckt. Bleibt danach ein Über­schuss, haben die Ehe­gat­ten Anspruch auf ein ange­mes­se­nes «Sack­geld». Der Anspruch des Ehe­gat­ten, der Zuhau­se bleibt, besteht jedoch nur, wenn des­sen eige­ne Ein­künf­te nicht aus­rei­chen, um sei­ne Bedürf­nis­se selbst zu finan­zie­ren. Da Sie sich Hob­bys wie Motor­rad­fah­ren lei­sten kön­nen, ist davon aus­zu­ge­hen, dass von Ihrem Ein­kom­men (nach Abzug von Unter­halt der Fami­lie und Vor­sor­ge) ein Über­schuss bestehen bleibt. Ihre Frau hat daher — genau wie Sie selbst — einen Anspruch auf ein ange­mes­se­nes «Sack­geld». Die­ses Geld steht Ihrer Frau frei zur Ver­fü­gung, um sich gewis­se Din­ge lei­sten zu kön­nen und eben­falls bestimm­te Hob­bys aus­üben zu können.

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