Hätten Sie es gewusst?

Ein Weggli-Dieb

Fra­ge: Als ich neu­lich nach Fei­er­abend mit mei­nem 8‑jährigen Sohn ein­kau­fen war, kauf­te ich ihm ein Weg­gli für den Nach­hau­se­weg. Als wir an der Kas­se anstan­den, begann der Magen mei­nes Soh­nes zu knur­ren und ich liess ihn die eine Hälf­te des Wegg­lis essen. Da sprach mich die Kas­sie­re­rin an und mein­te, ich müs­se das Weg­gli zuerst bezah­len, bevor er es essen darf. Sie sag­te mir, das sei sonst Dieb­stahl. Hat sie damit Recht?

Ant­wort: Nein. Wenn Sie in einem Geschäft ein­kau­fen, schlies­sen Sie einen Kauf­ver­trag ab. Die­ser kommt durch gegen­sei­ti­ge über­ein­stim­men­de Wil­lens­äus­se­run­gen zustan­de, dem Ange­bot und der Annah­me. Durch die Waren­aus­la­ge macht Ihnen das Geschäft ein ver­bind­li­ches Ange­bot. Wenn Sie als Kun­de die Ware an die Kas­se brin­gen, neh­men Sie das Ange­bot durch Ihr Han­deln an und brin­gen den Kauf­ver­trag zum Anschluss. Das Bezah­len ist dann bloss noch die Erfül­lung des Ver­trags und nicht, wie vie­le den­ken, der Ver­trags­ab­schluss. Sie haben somit kei­nen Dieb­stahl began­gen, als Ihr Sohn das Weg­gli an der Kas­se zu essen begann, da Sie bereits Eigen­tü­mer des Wegg­lis waren. Auch älte­re Kin­der kön­nen auf die­se Wei­se Kauf­ver­trä­ge abschlies­sen, wenn auch nur über gerin­ge Beträ­ge. Legt nun Ihr Sohn ohne Ihr Wis­sen ein zwei­tes Weg­gli auf das Kas­sen­band und Sie ver­lan­gen von ihm, dass er es zurück­legt, könn­te der Ver­käu­fer dar­auf bestehen, dass das Weg­gli bezahlt wird. Ihr Sohn hat näm­lich den Kauf­ver­trag zum Abschluss gebracht, indem er das Weg­gli auf dem Kas­sen­band platz­ier­te. Der Ver­käu­fer ist aus­ser­dem nicht ver­pflich­tet, Ihnen die Ware zu erset­zen, die Ihnen beim aufs Kas­sen­band legen her­un­ter­fällt. Denn der Ver­käu­fer haf­tet nicht für Miss­ge­schicke sei­ner Kun­den. Doch in den mei­sten Geschäf­ten wer­den Sie die Ware kulan­ter­wei­se zurück­le­gen dür­fen bzw. die her­un­ter­ge­fal­le­ne Ware wird Ihnen kosten­los ersetzt.

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Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

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