Hätten Sie es gewusst?

Das ganze Geld für die Katz?

Fra­ge: Ich hat­te kürz­lich einen hef­ti­gen Streit mit mei­ner tier­ver­lieb­ten Mut­ter. Nun habe ich durch einen gemein­sa­men Bekann­ten erfah­ren, dass Sie in Ihrer Wut ein Testa­ment auf­ge­setzt hat, wor­in Sie ihr gesam­tes Ver­mö­gen dem ört­li­chen Tier­heim für Kat­zen ver­macht. Ich gehe dabei leer aus. Darf Sie das?

Ant­wort: Nein. Das Testa­ment wur­de von Ihrer Mut­ter zwar form­gül­tig ver­fasst. Das heisst, es wur­de von ihr selbst von Anfang bis Ende mit eige­ner Hand­schrift (nicht Schreib­ma­schi­ne) nie­der­ge­schrie­ben und unter­zeich­net. Zudem ent­hält es das Datum der Errich­tung. Grund­sätz­lich darf der Erb­las­ser in einem Testa­ment selbst regeln, was nach sei­nem Tod mit dem Ver­mö­gen gesche­hen soll. An sich könn­te er also sein gan­zes Ver­mö­gen einer ein­zi­gen Per­son oder einer Insti­tu­ti­on (bspw. dem ört­li­chen Tier­heim) ver­ma­chen. Das Gesetz schränkt die­se Ver­fü­gungs­fä­hig­keit jedoch ein. So haben Ehe­part­ner und Nach­kom­men Anspruch auf den soge­nann­ten Pflicht­teil. Wenn Letz­te­re feh­len, sind auch die Eltern anspruchs­be­rech­tigt. Nicht ein­ge­tra­ge­ne Lebens­part­ner haben (im Gegen­satz zu ein­ge­tra­ge­nen Lebens­part­nern) kei­nen Anspruch. Der Pflicht­teil bezeich­net den garan­tier­ten Anteil am Nach­lass, der einem nur durch eine Ent­er­bung abge­spro­chen wer­den kann. Damit eine sol­che zuläs­sig ist, müs­sen schwer­wie­gen­de Grün­de vor­lie­gen. Als sol­che schwer­wie­gen­den Grün­de gel­ten bei­spiels­wei­se eine schwe­re Straf­tat gegen den Erb­las­ser oder eine schwe­re Ver­let­zung der fami­li­en­recht­li­chen Pflich­ten. Die blos­sen Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten in Ihrem Fall bil­den kei­nen aus­rei­chen­den Grund für eine Ent­er­bung. Sie haben somit Anspruch auf Ihrem Pflicht­teil. Da Ihre Mut­ter ver­wit­wet und Sie Ihr ein­zi­ges Kind sind, beträgt die­ser ¾ der Erb­mas­se. Ihre Mut­ter dürf­te somit ledig­lich den übri­gen Vier­tel dem Tier­heim vermachen.

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Hätten Sie es gewusst?

Wenn mich der Dieb verklagt

Fra­ge: Als ich nach dem Ein­kau­fen aus dem Super­markt kam, sah ich, wie sich ein Mann an mei­nem Fahr­rad zu schaf­fen mach­te. Er hat­te das Schloss auf­ge­bro­chen und mach­te sich gera­de dar­an, mit dem Fahr­rad davon zu fah­ren. Ich rann­te ihm hin­ter­her, pack­te ihn an der Jacke und habe ihn vom Velo geris­sen. Nun erhielt ich in der Post ein Schrei­ben des Gerichts, dass ich

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Wenn die Bank alles wissen will

Fra­ge: Ich bin bereits seit meh­re­ren Jah­ren Kun­de bei mei­ner Bank. Vor eini­gen Tagen erhielt ich einen Anruf von mei­nem Kun­den­be­ra­ter. Er mein­te, es habe in letz­ter Zeit unge­wöhn­li­che Bewe­gun­gen auf mei­nem Kon­to gege­ben und er woll­te nach­fra­gen, zu wel­chem Zweck die­se Zah­lun­gen getä­tigt wor­den sei­en. Ich bin aber der Mei­nung, das gehe die Bank nichts an. Muss ich Aus­kunft über mei­ne Zah­lun­gen geben? Ant­wort: Ja.

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