Hätten Sie es gewusst?

Darf mich der Chef versetzen?

Fra­ge: Ich bin als Ver­käu­fe­rin in einem gros­sen Unter­neh­men ange­stellt. Letz­te Woche erhielt ich ein Schrei­ben von mei­nem Chef, dass ich in den näch­sten drei Wochen in eine ande­re Filia­le ver­setzt wer­de. In mei­nem Arbeits­ver­trag steht jedoch, dass mein Arbeits­ort die der­zei­ti­ge Filia­le in Rhein­fel­den ist. Kann mich mein Chef ein­fach in eine ande­re Filia­le versetzen?

Ant­wort: Ja, aber nur vor­über­ge­hend. In Ihrem Arbeits­ver­trag wur­de der Arbeits­ort genau defi­niert, näm­lich Ihre der­zei­ti­ge Filia­le. Sie müs­sen daher grund­sätz­lich nur in die­ser Filia­le arbei­ten. Eine Ver­le­gung Ihres Arbeits­or­tes in eine ande­re Filia­le wäre nur mit Ihrem Ein­ver­ständ­nis mög­lich. Aller­dings ist zu beach­ten, dass dem Arbeit­ge­ber laut Gesetz ein soge­nann­tes Wei­sungs­recht gegen­über sei­nen Ange­stell­ten zusteht. Die­ses Wei­sungs­recht ist nicht unbe­schränkt. Es erlaubt daher dem Arbeit­ge­ber nicht, einen ein­mal im Arbeits­ver­trag fest­ge­leg­ten Arbeits­ort ein­sei­tig abzu­än­dern. Nach Leh­re und Recht­spre­chung ermög­licht das Wei­sungs­recht aber dem Arbeit­ge­ber, bei dring­li­chen betrieb­li­chen Bedürf­nis­sen den Arbeit­neh­mer vor­über­ge­hend an einen ande­ren Arbeits­ort zu ver­set­zen. Dabei muss dem Arbeit­neh­mer ein sol­cher Wech­sel des Arbeits­orts zumut­bar sein. Die Zumut­bar­keit hängt unter ande­rem davon ab, wie lan­ge der Wech­sel dau­ert, ob das Pri­vat­le­ben des Arbeit­neh­mers dadurch stark beein­träch­tigt wird und ob die Mehr­ko­sten ersetzt wer­den. In Ihrem Fall besteht eine betrieb­li­che Not­wen­dig­keit für Ihren Ein­satz am neu­en Ort, da anson­sten die­se Filia­le geschlos­sen wer­den müss­te. Zudem dau­ert Ihr Ein­satz nur drei Wochen. Da der neue Arbeits­ort für Sie gut erreich­bar ist und die Fir­ma Ihnen zudem die Mehr­ko­sten ersetzt, sind Sie ver­pflich­tet, vor­über­ge­hend in der ande­ren Filia­le zu arbeiten.

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Hätten Sie es gewusst?

Wenn mich der Dieb verklagt

Fra­ge: Als ich nach dem Ein­kau­fen aus dem Super­markt kam, sah ich, wie sich ein Mann an mei­nem Fahr­rad zu schaf­fen mach­te. Er hat­te das Schloss auf­ge­bro­chen und mach­te sich gera­de dar­an, mit dem Fahr­rad davon zu fah­ren. Ich rann­te ihm hin­ter­her, pack­te ihn an der Jacke und habe ihn vom Velo geris­sen. Nun erhielt ich in der Post ein Schrei­ben des Gerichts, dass ich

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Wenn die Bank alles wissen will

Fra­ge: Ich bin bereits seit meh­re­ren Jah­ren Kun­de bei mei­ner Bank. Vor eini­gen Tagen erhielt ich einen Anruf von mei­nem Kun­den­be­ra­ter. Er mein­te, es habe in letz­ter Zeit unge­wöhn­li­che Bewe­gun­gen auf mei­nem Kon­to gege­ben und er woll­te nach­fra­gen, zu wel­chem Zweck die­se Zah­lun­gen getä­tigt wor­den sei­en. Ich bin aber der Mei­nung, das gehe die Bank nichts an. Muss ich Aus­kunft über mei­ne Zah­lun­gen geben? Ant­wort: Ja.

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