Hätten Sie es gewusst?

Zählt der Arztbesuch als Arbeitszeit?

Fra­ge: Da ich bei der Arbeit wie aus hei­te­rem Him­mel unter star­ken Zahn­schmer­zen litt, durf­te ich wäh­rend der Arbeits­zeit zum Zahn­arzt. Jetzt hat mir mein Arbeit­ge­ber die­se eine Stun­de vom Lohn abge­zo­gen. Darf er das?

Ant­wort: Nein. Der Arbeit­ge­ber muss Ihnen wäh­rend der Arbeits­zeit erlau­ben, sich um drin­gen­de per­sön­li­che Ange­le­gen­hei­ten zu küm­mern. Vor­aus­ge­setzt ist jeweils, dass Sie die­se nicht aus­ser­halb der Arbeits­zeit wahr­neh­men kön­nen. Bei Ihrem Arzt­ter­min war ein wei­te­res Zuwar­ten auf­grund der star­ken Schmer­zen nicht zumut­bar. Ihr Arbeit­ge­ber muss­te Ihnen somit freie Zeit für den Arzt­be­such zusprechen. 

Dane­ben gibt es noch wei­te­re Umstän­de, bei wel­chen Sie von der Arbeit fern­blei­ben dür­fen. Gere­gelt sind die­se oft im Arbeits­ver­trag oder in den dazu­ge­hö­ri­gen Regle­men­ten. Ist das nicht der Fall, kann auf Erfah­rungs­wer­te zurück­ge­grif­fen wer­den: Für die eige­ne Hei­rat gibt es oft­mals zwi­schen 2 und 3 freie Tage, beim Umzug und bei der Geburt des Kin­des einen und im Fal­le des Todes eines Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen je nach Ver­wandt­schafts­grad zwi­schen 1 und 3 Tage. Es sind dabei aber immer die kon­kre­ten Umstän­de des Ein­zel­falls zu berück­sich­ti­gen. Kei­nen Anspruch auf Frei­zeit haben Sie bei­spiels­wei­se für drin­gen­de Ein­käu­fe oder die Teil­nah­me an kul­tu­rel­len, sport­li­chen oder gesell­schaft­li­chen Veranstaltungen. 

Die erwähn­ten Absen­zen sind im Monats­lohn übli­cher­wei­se bezahlt, nicht aber im Stun­den­lohn. Auch hier lohnt sich wie­der der Blick in den Arbeits­ver­trag und die dazu­ge­hö­ri­gen Regle­men­te. Wenn Sie auf­grund aku­ter Beschwer­den kurz­fri­stig zum Arzt müs­sen, fällt dies sogar unter die krank­heits­be­ding­te Arbeits­un­fä­hig­keit. Und für sol­che Fäl­le gibt es einen zwin­gen­den Anspruch auf Lohn­fort­zah­lung. Der Chef darf Ihnen den Arzt­be­such somit nicht vom Lohn abziehen.

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