Hätten Sie es gewusst?

Wohnrecht, aber wie lange?

Fra­ge: Mei­ne Mut­ter hat mir vor eini­ger Zeit ihr Haus über­schrie­ben. Da Sie aber den­noch wei­ter­hin in ihrem Zuhau­se woh­nen blei­ben woll­te, haben wir ihr gleich­zei­tig ein lebens­läng­li­ches Wohn­recht ein­ge­räumt. Auf­grund ihres Gesund­heits­zu­stands kann sie jetzt nicht mehr allei­ne im Haus woh­nen blei­ben. Sie hat daher beschlos­sen, in ein Alters­heim zu zie­hen. Erlischt damit auto­ma­tisch ihr Wohnrecht?

Ant­wort: Nein. Mit dem Wohn­recht wird dem Berech­tig­ten das Recht ver­lie­hen, ein Haus, eine Woh­nung oder Tei­le davon zu bewoh­nen. Es han­delt sich dabei um ein höchst­per­sön­li­ches Recht, wel­ches nicht ver­erb­bar oder auf Drit­te über­trag­bar ist. Das bedeu­tet, es ist dem Wohn­be­rech­tig­ten nicht erlaubt, die Woh­nung wei­ter­zu­ver­mie­ten. Sofern das Recht nicht aus­drück­lich auf sei­ne Per­son beschränkt ist, darf er Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge, Haus­ge­nos­sen sowie Per­so­nal zu sich in die Woh­nung auf­neh­men. Eben­so darf er gele­gent­lich Gäste bei sich beher­ber­gen. Das Wohn­recht kann durch eine Ver­fü­gung von Todes wegen oder durch einen öffent­lich beur­kun­de­ten Ver­trag ver­ein­bart wer­den. Anschlies­send muss es im Grund­buch ein­ge­tra­gen wer­den. Was die Auf­he­bung des Wohn­rechts betrifft, sind Sie gesetz­lich ver­pflich­tet, die Räu­me für Ihre Mut­ter bis zu deren Tod frei­zu­hal­ten. Selbst dann, wenn klar ist, dass Ihre Mut­ter nicht mehr in das Haus zurück­keh­ren wird. Das macht in der Pra­xis oft­mals wenig Sinn. Denn Ihre Mut­ter darf das Haus nicht ver­mie­ten und Sie als Eigen­tü­mer dür­fen es nicht nut­zen. Sie kön­nen jedoch mit Ihrer Mut­ter ver­ein­ba­ren, dass die­se auf Ihr Wohn­recht ver­zich­tet. Vor­aus­set­zung dafür ist, dass alle Betei­lig­ten damit ein­ver­stan­den sind. Ach­tung: Ein ent­schä­di­gungs­lo­ser Ver­zicht auf das Wohn­recht kann zu einer Kür­zung bei den Ergän­zungs­lei­stun­gen zur AHV oder IV Ihrer Mut­ter füh­ren. Las­sen Sie sich daher vor­gän­gig von einem Fach­mann beraten.

Glänzen Sie mit spannendem Alltagswissen

Wir senden Ihnen verständliche Antworten auf die beliebtesten Alltagsfragen kostenlos und direkt in Ihr Postfach. Der Versand erfolgt 2- bis 3-mal jährlich.

Hätten Sie es gewusst?

Wenn mich der Dieb verklagt

Fra­ge: Als ich nach dem Ein­kau­fen aus dem Super­markt kam, sah ich, wie sich ein Mann an mei­nem Fahr­rad zu schaf­fen mach­te. Er hat­te das Schloss auf­ge­bro­chen und mach­te sich gera­de dar­an, mit dem Fahr­rad davon zu fah­ren. Ich rann­te ihm hin­ter­her, pack­te ihn an der Jacke und habe ihn vom Velo geris­sen. Nun erhielt ich in der Post ein Schrei­ben des Gerichts, dass ich

Weiterlesen »

Wenn die Bank alles wissen will

Fra­ge: Ich bin bereits seit meh­re­ren Jah­ren Kun­de bei mei­ner Bank. Vor eini­gen Tagen erhielt ich einen Anruf von mei­nem Kun­den­be­ra­ter. Er mein­te, es habe in letz­ter Zeit unge­wöhn­li­che Bewe­gun­gen auf mei­nem Kon­to gege­ben und er woll­te nach­fra­gen, zu wel­chem Zweck die­se Zah­lun­gen getä­tigt wor­den sei­en. Ich bin aber der Mei­nung, das gehe die Bank nichts an. Muss ich Aus­kunft über mei­ne Zah­lun­gen geben? Ant­wort: Ja.

Weiterlesen »
Scroll to Top