Hätten Sie es gewusst?

Wer erbt den Familienschmuck?

Fra­ge: Bei einer Dis­kus­si­on hat mir kürz­lich jemand vol­ler Über­zeu­gung erzählt, dass die Schmuck­stücke einer ver­stor­be­nen Mut­ter auto­ma­tisch in die Hän­de der Töch­ter über­ge­hen. Das sei so im Gesetz vor­ge­se­hen. Stimmt das?

Ant­wort: Nein. Das ist ein Irr­glau­be. Zwar kann die Mut­ter in einem Testa­ment vor­se­hen, dass bestimm­te Erb­stücke (bei­spiels­wei­se der Schmuck) einer bestimm­ten Per­son zukommt oder unter den Töch­tern auf­ge­teilt wird. Ohne eine sol­che Anord­nung rich­tet sich das Vor­ge­hen jedoch nach dem Gesetz. 

Die hin­ter­las­se­nen Per­so­nen wer­den dabei auto­ma­tisch zu einer Erben­ge­mein­schaft. Der Nach­lass geht ins Gesamt­ei­gen­tum die­ser Erben­ge­mein­schaft über und das wei­te­re Vor­ge­hen bedarf die Zustim­mung aller Betei­lig­ten. Dabei kön­nen die Erben frei aus­ma­chen, wer wann wie viel bekommt. Aber eben nur solan­ge, wie alle damit ein­ver­stan­den sind. 

Wird man sich nicht einig, stellt das Gesetz gewis­se Grund­sät­ze und Richt­li­ni­en für die Tei­lung auf. Dabei sagt es klar, dass alle Erben grund­sätz­lich den glei­chen Anspruch auf die Erb­schafts­ge­gen­stän­de haben. Töch­ter wie Söh­ne besit­zen somit ein gleich­wer­ti­ges Recht bezüg­lich des Fami­li­en­schmucks. Kön­nen sich die Erben nicht eini­gen, wer­den so vie­le Lose gebil­det, wie Erben vor­han­den sind. Anschlies­send erfolgt die Ver­tei­lung der Lose durch Losziehung. 

Manch­mal ist eine sol­che Los­bil­dung aber auf­grund des Werts eines Gegen­stan­des nicht mög­lich (z.B. bei einer Lie­gen­schaft). Kön­nen sich die Erben in einem sol­chen Fall nicht über die Zutei­lung (mit Aus­gleichs­zah­lun­gen) eini­gen, muss auf ent­spre­chen­de Kla­ge das Gericht ent­schei­den. Dabei wird die umstrit­te­ne Sache ver­kauft und der Erlös unter den Erben geteilt. Als Erbe kön­nen Sie ver­lan­gen, dass das Gericht statt eines Ver­kaufs die öffent­li­che Ver­stei­ge­rung oder eine pri­va­te Auk­ti­on unter den Erben anordnet.

Wir sorgen für anregende Diskussionen bei Ihrem nächsten Dinner

Erhalten Sie die spannendsten Alltagsfragen direkt in Ihr Postfach. Der Versand erfolgt 2- bis 3-mal jährlich.

Und rätseln Sie direkt mit bei unseren neuesten Leserfragen

Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

Weiterlesen »

Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

Weiterlesen »
Scroll to Top