Hätten Sie es gewusst?

Wer bezahlt den Rückversand kaputter Ware?

Fra­ge: Ich habe eine Tasche im Inter­net bei einem gros­sen Online-Händ­ler bestellt und bereits im Vor­aus bezahlt. Als das Paket ankam und ich es aus­pack­te, sah ich, dass ein Griff an der Tasche bereits abge­ris­sen war. Ich foto­gra­fier­te den Man­gel und schick­te die Tasche – nach Rück­spra­che mit dem Händ­ler – zurück. Die­ser will mir aber nur den Ver­kaufs­preis zurück­er­stat­ten und nicht die Ver­sand­ko­sten für die Rück­sen­dung. Muss ich die Rück­sen­de­ko­sten tat­säch­lich selbst tra­gen, obwohl die Tasche bei Erhalt kaputt war?

Ant­wort: Nein. Ist die gelie­fer­te Sache man­gel­haft, hat der Käu­fer das Recht, den Kauf rück­gän­gig zu machen, eine Preis­min­de­rung zu ver­lan­gen oder die Nach­lie­fe­rung ein­wand­frei­er Ware zu for­dern. Beim soge­nann­ten Platz­kauf hat der Ver­käu­fer jedoch das Recht, auf einer Nach­lie­fe­rung zu bestehen. Die im Gesetz vor­ge­se­he­ne Beschrän­kung die­ses Rechts auf den Platz­kauf ist ange­sichts moder­ner Trans­port­ver­hält­nis­se nicht mehr zeit­ge­mäss. Die herr­schen­de Leh­re gewährt des­halb dem Ver­käu­fer auch beim Dis­tanz­kauf das Nach­lie­fe­rungs­recht. Sie haben sich mit dem Händ­ler aller­dings auf die Rück­ab­wick­lung des Kaufs geei­nigt. Neben dem Ver­kaufs­preis muss Ihnen der Ver­käu­fer auch den durch die man­gel­haf­te Ware ent­stan­de­nen Scha­den erset­zen, den soge­nann­ten Man­gel­fol­ge­scha­den. Um den Ver­trag rück­ab­wickeln zu kön­nen, müs­sen Sie die Tasche per Post an den Online-Händ­ler zurück­schicken. Die Rück­sen­de­ko­sten sind ein Scha­den, der Ihnen unmit­tel­bar durch die man­gel­haf­te Tasche ent­stan­den ist. Der Ver­käu­fer hat Ihnen daher die Kosten für die Rück­sen­dung zu erset­zen, auch wenn ihn kein Ver­schul­den am kaput­ten Griff der Tasche trifft. Sofern im Kauf­ver­trag nichts ande­res ver­ein­bart wur­de, muss Ihnen der Online-Händ­ler die Rück­sen­de­ko­sten neben dem Ver­kaufs­preis zurückerstatten.

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Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

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