Frage der Woche

Wer beerbt meinen beeinträchtigten Sohn?

Fra­ge: Ich habe einen stark gei­stig beein­träch­tig­ten Sohn. Mei­ne Befürch­tung ist, dass mein an ihn ver­erb­tes Ver­mö­gen nach sei­nem Tod an weit ent­fern­te Ver­wand­te ver­erbt wird, da er selbst kei­ne Fami­lie hat. Ich möch­te ihm aber den­noch einen Teil mei­nes Ver­mö­gens ver­er­ben. Kann mein Sohn selbst oder ich als sei­ne Stell­ver­tre­te­rin ein Testa­ment errich­ten, in wel­chem sei­ne Erb­fol­ge gere­gelt wird?

Ant­wort: Nein. Ein Testa­ment zu errich­ten ist ein abso­lut höchst­per­sön­li­ches Recht. Ist eine Per­son urteils­un­fä­hig, kann weder die Per­son selbst noch ihr gesetz­li­cher Ver­tre­ter die­ses Recht aus­üben. Wei­te­re abso­lut höchst­per­sön­li­che Rech­te sind etwa das Recht zur Ehe­schlies­sung oder die Ent­schei­dung über die reli­giö­se Zuge­hö­rig­keit. Aus die­sem Grund kön­nen gei­stig schwer beein­träch­tig­te Men­schen nicht selbst ent­schie­den, wer von ihnen erben soll. Ihr Ver­mö­gen fällt nach ihrem Tod an des­sen gesetz­li­che Erben. Eltern von dau­ernd urteils­un­fä­hi­gen Kin­dern haben aber auf­grund einer gesetz­li­chen Spe­zi­al­be­stim­mung (Art. 492a ZGB) die Mög­lich­keit, mit einer Nach­er­ben­ein­set­zung zu ver­hin­dern, dass ihr ver­erb­tes Ver­mö­gen nach dem Tod Ihres Kin­des an des­sen gesetz­li­che Erben fällt. Wie in Ihrem Fall befürch­ten Eltern, dass nach dem Tod des Kin­des des­sen gesam­ter Nach­lass an Ver­wand­te geht, die sich mög­li­cher­wei­se nie um das Kind geküm­mert haben. Sie als Eltern haben daher die Mög­lich­keit, in Ihrem Testa­ment Ihren Sohn als Vor­er­ben ein­zu­set­zen und wei­te­re Nach­er­ben zu bestim­men. Ihr Sohn erhält dann nach Ihrem Tod das an ihn ver­erb­te Ver­mö­gen. Die­ses Ver­mö­gen erhält er aber nicht defi­ni­tiv. Denn nach dem Tod Ihres urteils­un­fä­hi­gen Soh­nes geht das übrig geblie­be­ne Ver­mö­gen aus Ihrem Nach­lass an die von Ihnen testa­men­ta­risch ein­ge­setz­ten Nach­er­ben über. So kön­nen Sie bestim­men, wer Ihr Ver­mö­gen nach dem Tod Ihres Soh­nes erhält.

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Hätten Sie es gewusst?

Verlorene Erbschaft?

Fra­ge: Als ich mei­nen Mann gehei­ra­tet habe, befand er sich noch im Stu­di­um und hat­te kaum Ein­kom­men. Ich hin­ge­gen hat­te rund 50’000.00 Fran­ken ange­spart. Die­ses Geld wur­de im Lau­fe der Ehe für unse­ren Unter­halt ver­braucht. Heu­te ver­dient mein Mann sehr gut. Da unse­re Ehe zwi­schen­zeit­lich geschei­tert ist, befin­den wir uns in Schei­dungs­ver­hand­lun­gen. Muss mein Mann mir nichts zurück­zah­len? Ant­wort: Doch.

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Vertrauensschutz bei falscher Auskunft?

Fra­ge: Wegen eines Ver­kehrs­de­likts habe ich einen Straf­be­fehl erhal­ten. Glei­chen­tags erhielt ich auch eine Auf­for­de­rung des Stras­sen­ver­kehrs­am­tes, mich zum Vor­fall zu äus­sern. Nach­dem mir der Staats­an­walt gesagt hat, dass ich kei­nen Füh­rer­aus­weis­ent­zug fürch­ten muss, habe ich dem Stras­sen­ver­kehrs­amt nicht zurück­ge­schrie­ben. Nun habe ich eine Ver­fü­gung erhal­ten, mit der mir der Aus­weis für einen Monat ent­zo­gen wird. Mei­nes Erach­tens ver­stösst es

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Cornel Wehrli Rechtsanwalt

Cornel Wehrli, Rechtsanwalt

Cornel ist mit Priska verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er wohnt in Frick. Als Mitglied des internationalen Serviceclubs Kiwanis gilt sein soziales Engagement den Kindern. In seiner Freizeit geniesst er seine Freiheit auf dem Motarrad oder unter dem Gleitschirm. Wenn Cornel kein Anwalt geworden wäre, würde er sein Geld als Gleitschirm-Testpilot verdienen.

Mein Leitsatz:

«Gesetzeskenntnis allein genügt nicht. Es gilt immer den Menschen mit seinen Sorgen und Wünschen zu erkennen, um gemeinsam den Erfolg anzustreben.»

Haben Sie gewusst?

Cornel hält den Wecker für eine der dümmsten Erfindungen der Menschheit.