Hätten Sie es gewusst?

Wenn die KESB kommt

Fra­ge: In letz­ter Zeit war ich etwas erkäl­tet und gesund­heit­lich ange­schla­gen. Aus die­sem Grund war ich jeweils etwas ein­fa­cher geklei­det und unge­schminkt, als ich mei­ne Toch­ter am Mor­gen in der Kita absetz­te. Auch das Out­fit und die Haa­re mei­ner Toch­ter waren nicht wie üblich zurecht­ge­macht. Die Mut­ter eines ande­ren Kin­des sah das anschei­nend als Grund, die KESB zu infor­mie­ren. Ich erhielt einen Brief von der KESB, dass ich angeb­lich mein Kind ver­nach­läs­si­ge. Kann die KESB nun etwas gegen mich unternehmen?

Ant­wort: Nein. Eltern sind ver­pflich­tet, sich um ihre Kin­der zu küm­mern und deren Ent­wick­lung zu för­dern. Sind sie dazu nicht in der Lage und gefähr­den das Kin­des­wohl, müs­sen die Behör­den mit geeig­ne­ten Kin­des­schutz­mass­nah­men ein­grei­fen. Jede Per­son, die der Ansicht ist, ein Kind wer­de ver­nach­läs­sigt und des­sen Wohl sei gefähr­det, kann bei der KESB am Wohn­sitz des Kin­des eine Gefähr­dungs­mel­dung ein­rei­chen. Für gewis­se Per­so­nen in amt­li­cher Tätig­keit oder Fach­per­so­nen, die beruf­lich regel­mäs­sig mit Kin­dern zusam­men­ar­bei­ten, besteht eine gesetz­li­che Mel­de­pflicht bei Kin­des­wohl­ver­let­zun­gen. Dies gilt etwa für Leh­rer, Sozi­al­ar­bei­ter oder Poli­zi­sten. Ist bei der KESB eine Mel­dung ein­ge­gan­gen, klärt die­se die Situa­ti­on des Kin­des ab und prüft, ob Mass­nah­men ergrif­fen wer­den müs­sen. Die mög­li­chen Mass­nah­men rei­chen von einer blos­sen Ermah­nung der Eltern über die Errich­tung einer Erzie­hungs­bei­stand­schaft bis hin zu der Ent­zie­hung der elter­li­chen Sorge.

In Ihrem Fall ist die Gefähr­dungs­mel­dung völ­lig unbe­grün­det. Die KESB wird kei­ne Mass­nah­men ergrei­fen. Sie müs­sen auch nicht befürch­ten, dass die Mut­ter, wel­che die Mel­dung ein­ge­reicht hat, Infor­ma­tio­nen zu Ihrer fami­liä­ren Situa­ti­on erhält. Denn die mel­den­de Per­son hat kei­nen Anspruch dar­auf, Infor­ma­tio­nen über das Ver­fah­ren oder des­sen Abschluss zu erhalten.

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Hätten Sie es gewusst?

Wenn mich der Dieb verklagt

Fra­ge: Als ich nach dem Ein­kau­fen aus dem Super­markt kam, sah ich, wie sich ein Mann an mei­nem Fahr­rad zu schaf­fen mach­te. Er hat­te das Schloss auf­ge­bro­chen und mach­te sich gera­de dar­an, mit dem Fahr­rad davon zu fah­ren. Ich rann­te ihm hin­ter­her, pack­te ihn an der Jacke und habe ihn vom Velo geris­sen. Nun erhielt ich in der Post ein Schrei­ben des Gerichts, dass ich

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Wenn die Bank alles wissen will

Fra­ge: Ich bin bereits seit meh­re­ren Jah­ren Kun­de bei mei­ner Bank. Vor eini­gen Tagen erhielt ich einen Anruf von mei­nem Kun­den­be­ra­ter. Er mein­te, es habe in letz­ter Zeit unge­wöhn­li­che Bewe­gun­gen auf mei­nem Kon­to gege­ben und er woll­te nach­fra­gen, zu wel­chem Zweck die­se Zah­lun­gen getä­tigt wor­den sei­en. Ich bin aber der Mei­nung, das gehe die Bank nichts an. Muss ich Aus­kunft über mei­ne Zah­lun­gen geben? Ant­wort: Ja.

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