Frage der Woche

Wenn der Nachbar nichts hört

Fra­ge: Wir sind seit meh­re­ren Jah­ren Mie­ter in einem Mehr­fa­mi­li­en­haus. Vor einem hal­ben Jahr ist eine alte Dame in die Woh­nung unter uns gezo­gen. Lei­der ist sie schwer­hö­rig und schaut daher bei gröss­ter Laut­stär­ke Fern­se­hen oder hört Radio. Es herrscht bei­na­he kon­stan­ter Lärm. Ich habe das Gespräch bereits mehr­mals gesucht. Die Dame hat mich zwar gehört aber nicht erhört. Kön­nen wir nun gegen den Ver­mie­ter vorgehen?

Ant­wort: Ja. Sie soll­ten umge­hend Ihren Ver­mie­ter benach­rich­ti­gen. Lärm­be­lä­sti­gun­gen aller Art, also auch durch Ihre Nach­ba­rin, stel­len einen Man­gel am Miet­ob­jekt dar. Von einem Man­gel spricht man all­ge­mein, wenn die gemie­te­te Sache, also Ihre Woh­nung, nicht die vom Ver­mie­ter ver­spro­che­nen Eigen­schaf­ten oder Qua­li­tä­ten besitzt. Die Ein­hal­tung der übli­chen Ruhe ist eine sol­che Eigen­schaft Ihrer Miet­woh­nung. Nicht zuletzt wird Ihnen die Nacht­ru­he auch durch die Haus­ord­nung garan­tiert. Ihre Nach­ba­rin ent­wickelt wäh­rend der Nacht­zeit einen der­ar­ti­gen Lärm, dass er nicht mehr als gering­fü­gig bezeich­net wer­den kann. Zudem kön­nen Sie selbst nicht für Abhil­fe sor­gen. Unter die­sen Umstän­den haben Sie Anspruch dar­auf, dass der Ver­mie­ter für die Män­gel­be­he­bung besorgt ist. Dabei ist wie folgt vor­zu­ge­hen: Set­zen Sie Ihrem Ver­mie­ter schrift­lich eine ange­mes­se­ne Frist für die Man­gel­be­sei­ti­gung und dro­hen Sie ihm gleich­zei­tig an, bei Frist­ab­lauf den Miet­zins zu hin­ter­le­gen. Reagiert der Ver­mie­ter nicht, müs­sen Sie ihm die Hin­ter­le­gung schrift­lich ankün­di­gen und den Miet­zins frist­ge­recht der vom Kan­ton bezeich­ne­ten Behör­de über­wei­sen. Anschlies­send haben Sie 30 Tage Zeit, um Ihre Ansprü­che bei der Schlich­tungs­be­hör­de gel­tend zu machen. Ab dem Zeit­punkt, in wel­chem Ihr Ver­mie­ter von der Lärm­be­lä­sti­gung Kennt­nis erhält, haben Sie über­dies Anspruch auf eine Mietzinsreduktion.

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Hätten Sie es gewusst?

Verlorene Erbschaft?

Fra­ge: Als ich mei­nen Mann gehei­ra­tet habe, befand er sich noch im Stu­di­um und hat­te kaum Ein­kom­men. Ich hin­ge­gen hat­te rund 50’000.00 Fran­ken ange­spart. Die­ses Geld wur­de im Lau­fe der Ehe für unse­ren Unter­halt ver­braucht. Heu­te ver­dient mein Mann sehr gut. Da unse­re Ehe zwi­schen­zeit­lich geschei­tert ist, befin­den wir uns in Schei­dungs­ver­hand­lun­gen. Muss mein Mann mir nichts zurück­zah­len? Ant­wort: Doch.

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Vertrauensschutz bei falscher Auskunft?

Fra­ge: Wegen eines Ver­kehrs­de­likts habe ich einen Straf­be­fehl erhal­ten. Glei­chen­tags erhielt ich auch eine Auf­for­de­rung des Stras­sen­ver­kehrs­am­tes, mich zum Vor­fall zu äus­sern. Nach­dem mir der Staats­an­walt gesagt hat, dass ich kei­nen Füh­rer­aus­weis­ent­zug fürch­ten muss, habe ich dem Stras­sen­ver­kehrs­amt nicht zurück­ge­schrie­ben. Nun habe ich eine Ver­fü­gung erhal­ten, mit der mir der Aus­weis für einen Monat ent­zo­gen wird. Mei­nes Erach­tens ver­stösst es

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Cornel Wehrli Rechtsanwalt

Cornel Wehrli, Rechtsanwalt

Cornel ist mit Priska verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er wohnt in Frick. Als Mitglied des internationalen Serviceclubs Kiwanis gilt sein soziales Engagement den Kindern. In seiner Freizeit geniesst er seine Freiheit auf dem Motarrad oder unter dem Gleitschirm. Wenn Cornel kein Anwalt geworden wäre, würde er sein Geld als Gleitschirm-Testpilot verdienen.

Mein Leitsatz:

«Gesetzeskenntnis allein genügt nicht. Es gilt immer den Menschen mit seinen Sorgen und Wünschen zu erkennen, um gemeinsam den Erfolg anzustreben.»

Haben Sie gewusst?

Cornel hält den Wecker für eine der dümmsten Erfindungen der Menschheit.