Hätten Sie es gewusst?

Wem gehört eigentlich das Trinkgeld?

Fra­ge: Das Café, in dem ich als Kell­ne­rin arbei­te, wur­de von einem neu­en Besit­zer über­nom­men. Bis­her durf­ten wird das Trink­geld, das wir von den Gästen erhiel­ten, immer behal­ten. Der neue Chef aber schreibt nun vor, dass wir das Trink­geld in eine gemein­sa­me Kas­se abge­ben müs­sen. Er ent­schei­det dann, wie das Geld dar­aus auf­ge­teilt wird und bedient sich dabei gleich selbst noch aus der Kas­se. Darf er das?

Ant­wort: Nein. Trink­gel­der und ande­re Gele­gen­heits­ge­schen­ke von gerin­gem Wert, die Sie am Arbeits­platz erhal­ten, gehö­ren Ihnen und nicht dem Arbeit­ge­ber. Nach Gesetz müs­sen Sie alles dem Arbeit­ge­ber her­aus­ge­ben, was Sie bei Ihrer ver­trag­li­chen Tätig­keit für die­sen erhal­ten. Da Trink­gel­der und Gele­gen­heits­ge­schen­ke für den Arbeit­neh­mer auf­grund sei­ner Lei­stung gedacht sind, kann der Arbeit­ge­ber die­se nicht von ihm her­aus­ver­lan­gen. Der Arbeit­ge­ber hat aber das Recht, in einem Regle­ment zu bestim­men, dass das Trink­geld in eine gemein­sa­me Kas­se abzu­ge­ben ist und allen Arbeit­neh­mern zugu­te­kommt. Er kann, mit Zustim­mung der Arbeit­neh­mer, über die Ver­tei­lung ent­schei­den. Er selbst darf sich aber nicht aus der Kas­se berei­chern, da das Geld allein den Arbeit­neh­mern gehört. Besteht kei­ne sol­che Rege­lung, kann jeder Arbei­ter das Trink­geld, wel­ches er bekommt, selbst behal­ten. Ihr Chef hat somit das Recht, sofern ein Regle­ment besteht, die Trink­gel­der ein­zu­zie­hen und zu ver­tei­len. Er darf sich aber nicht selbst dar­aus bedie­nen. Aber Ach­tung, auch Trink­gel­der müs­sen ver­steu­ert wer­den, da es ein Ent­gelt für gelei­ste­te Arbeit ist. Zahlt Ihnen der Arbeit­ge­ber das Trink­geld aus, erscheint es auf der Lohn­ab­rech­nung. Ist das nicht der Fall, müs­sen Sie es in der Steu­er­erklä­rung dekla­rie­ren. Tun Sie das nicht, kann ein Nach- und gege­be­nen­falls Straf­steu­er­ver­fah­ren gegen Sie ein­ge­lei­tet werden.

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Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

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