Hätten Sie es gewusst?

Telefonterror durch den Ex-Freund

Fra­ge: Ich habe vor rund einem hal­ben Jahr mit mei­nem dama­li­gen Freund Schluss gemacht. Seit eini­gen Wochen bin ich in einer neu­en Bezie­hung, was mein Ex-Freund nicht akzep­tie­ren kann. Seit ich in der neu­en Bezie­hung bin, ruft er mich stän­dig an. Er sagt, dass mein neu­er Freund nicht gut genug für mich wäre und dass ich doch zu ihm zurück­kom­men soll. Die Anru­fe wer­den immer häu­fi­ger, was mich sehr beun­ru­higt. Kann ich mich gegen die Anru­fe weh­ren, auch wenn mich mein Ex-Freund nicht bedroht?

Ant­wort: Ja. In der Schweiz gibt es bis­lang kei­nen Straf­tat­be­stand, der Stal­king als sol­ches für ille­gal erklärt. Die Opfer haben den­noch die Mög­lich­keit, sich zu weh­ren. Denn oft­mals sind ein­zel­ne Hand­lun­gen des Täters durch­aus straf­bar. In Betracht kom­men etwa Kör­per­ver­let­zung (etwa bei einer erheb­li­chen Beein­träch­ti­gung der psy­chi­schen Gesund­heit), Ehr­ver­let­zung, Nöti­gung, Haus­frie­dens­bruch oder wie in Ihrem Fall der Miss­brauch einer Fern­mel­de­an­la­ge. Die Belä­sti­gung kann dabei über das Tele­fon, den Com­pu­ter, E‑Mail, Inter­net oder ande­re tech­ni­sche Gerä­te erfol­gen. Ver­bo­ten ist das Belä­sti­gen oder Beun­ru­hi­gen einer ande­ren Per­son. Damit der Tat­be­stand des ver­bo­te­nen Miss­brauchs erfüllt ist, muss die­ser eine gewis­se Inten­si­tät errei­chen. Dazu braucht es nicht viel. Die Inten­si­tät kann ent­we­der durch die Häu­fung von Ein­zel­hand­lun­gen wie in Ihrem Fall bestehen oder in der Schwe­re einer ein­zel­nen Hand­lung. So etwa bei einer Ankün­di­gung einer schwe­ren Straf­tat per Tele­fon. Damit der Täter bestraft wer­den kann, muss die­ser das Opfer vor­sätz­lich und aus Bos­heit oder Mut­wil­len belä­sti­gen. Da der Miss­brauch einer Fern­mel­de­an­la­ge eine Über­tre­tung ist, müs­sen Sie einen Straf­an­trag bei der Poli­zei stel­len. Ihr Ex-Freund wird dann mit einer Bus­se bestraft.

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Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

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