Hätten Sie es gewusst?

Taschenkontrolle im Einkaufsladen

Fra­ge: Vor Kur­zem war ich in einer Dro­ge­rie ein­kau­fen. Als ich an der Kas­se anstand, konn­te ich beob­ach­ten, wie ein Laden­de­tek­tiv einen ande­ren Kun­den auf­for­der­te, ihm den Inhalt sei­ner Tasche zu zei­gen und ihm in sein Büro zu fol­gen. Muss ich in so einem Fall mei­ne Tasche tat­säch­lich dem Detek­tiv zeigen?

Ant­wort: Nein. Laden­de­tek­ti­ve dür­fen Taschen, Hosen- oder Man­tel­ta­schen eines Kun­den nicht ohne des­sen Ein­wil­li­gung durch­su­chen. Wenn Sie sich wei­gern, Ihre Tasche durch­su­chen zu las­sen, muss Sie der Laden­de­tek­tiv aber nicht ein­fach lau­fen las­sen. Er kann Sie fest­hal­ten, bis die ange­ru­fe­ne Poli­zei ein­trifft. Damit er Sie fest­hal­ten darf, muss er oder ein Mit­ar­bei­ter Sie aber in fla­gran­ti beim Dieb­stahl erwischt haben. Sie müs­sen also tat­säch­lich beob­ach­tet wor­den sein, wie Sie einen Gegen­stand ein­ge­steckt haben und das Geschäft ver­las­sen woll­ten, ohne zu bezah­len. Blos­se Ver­däch­ti­gun­gen, weil in einer Abtei­lung etwas gestoh­len wur­de, rei­chen nicht aus. Wenn der Wert der gestoh­le­nen Ware über 300 Fran­ken beträgt, ist der Laden­de­tek­tiv berech­tigt, Sie wenn nötig mit Gewalt fest­zu­hal­ten, bis die Poli­zei ein­trifft. In Extrem­fäl­len sind gar Fes­seln gerecht­fer­tigt. Wenn Sie nichts gestoh­len haben, spricht im All­ge­mei­nen nichts dage­gen, dem Laden­de­tek­tiv einen Blick in Ihre Tasche zu gewäh­ren. Möch­ten Sie das aber nicht, dann haben Sie in jedem Fall ein Anrecht zu wis­sen, was man Ihnen vor­wirft. Bevor Sie Ihre Per­so­na­li­en ange­ben, einem Detek­tiv irgend­wo­hin fol­gen oder Ihre Taschen öff­nen, muss er Ihnen dar­le­gen kön­nen, was er genau beob­ach­tet hat. Im Zwei­fels­fall ver­lan­gen Sie, dass die Poli­zei geru­fen wird. Stellt sich her­aus, dass Sie zu Unrecht ver­däch­tigt wor­den sind, muss der Laden die von Ihnen erho­be­nen Daten wie­der löschen.

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