Hätten Sie es gewusst?

Schulde ich das Geld noch?

Fra­ge: Ich gehe seit Jah­ren zur Mas­sa­ge. Die Zusatz­ver­si­che­rung ver­gü­tet mir 75 Pro­zent der Kosten. Jetzt hat mir das Mas­sa­ge­stu­dio eine Rech­nung von 2018 geschickt. Sie mein­ten, die­se sei unter­ge­gan­gen und ich soll die Rech­nung umge­hend beglei­chen. Muss ich die Rech­nung noch bezahlen?

Ant­wort: Ja. For­de­run­gen unter­lie­gen der Ver­jäh­rung. Zwar bleibt die For­de­rung auch nach Ablauf der Ver­jäh­rungs­frist bestehen, doch ver­liert der Gläu­bi­ger die Mög­lich­keit, die For­de­rung im Pro­zess gegen den Wil­len des Schuld­ners durch­zu­set­zen. Die Ver­jäh­rungs­frist bestimmt sich nach der Art der For­de­rung. Wie­der­keh­ren­de For­de­run­gen wie Mie­ten oder Tele­fon­rech­nun­gen ver­jäh­ren nach fünf Jah­ren. Ansprü­che gegen­über Zusatz­ver­si­che­run­gen der Kran­ken­kas­se ver­jäh­ren nach zwei Jah­ren. Im Gesetz nicht spe­zi­ell erwähn­te For­de­run­gen ver­jäh­ren nach zehn Jah­ren. Die Ver­jäh­rungs­frist beginnt bei Fäl­lig­keit zu lau­fen – also dann, wenn die For­de­rung hät­te bezahlt wer­den müs­sen. Wird die Ver­jäh­rung unter­bro­chen, beginnt sie wie­der neu mit der ursprüng­li­chen Dau­er zu lau­fen. Der Gläu­bi­ger kann die Ver­jäh­rung durch eine Betrei­bung oder Kla­ge unter­bre­chen. Eine Unter­bre­chung erfolgt auch dann, wenn der Schuld­ner die For­de­rung aner­kennt. So etwa, wenn er eine Rate oder Zin­sen bezahlt oder mit­teilt, dass er die Schuld erst spä­ter bezah­len wird. Gut zu wis­sen: Eine Mah­nung oder Zah­lungs­auf­for­de­rung unter­bricht die Ver­jäh­rung noch nicht. In Ihrem Fall ver­jährt die Rech­nung des Mas­sa­ge­stu­di­os erst nach fünf Jah­ren. Somit müs­sen Sie die Rech­nung bezah­len. Ihr Anspruch bei der Zusatz­ver­si­che­rung ist jedoch bereits zwei Jah­re nach der Behand­lung ver­jährt. Die Zusatz­ver­si­che­rung muss Ihnen nichts mehr erstat­ten. Wäre die Mas­sa­ge­pra­xis von der obli­ga­to­ri­schen Kran­ken­kas­se aner­kannt, wäre die For­de­rung erst nach fünf Jah­ren ver­jährt und Sie wür­den einen Kosten­an­teil erstat­tet bekommen.

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