Hätten Sie es gewusst?

Ruf der Vergangenheit

Fra­ge: Ich habe mei­nem Freund Mar­kus wäh­rend der Wirt­schafts­kri­se 2008 mit einem Dar­le­hen über 10’000 CHF unter die Arme gegrif­fen. Wäh­rend den ersten vier Jah­ren bezahl­te er mir regel­mäs­sig Zin­sen, danach sind sei­ne Zah­lun­gen aus­ge­blie­ben. Jetzt bin ich wegen Coro­na selbst auf das Geld ange­wie­sen. Mar­kus behaup­tet jedoch, das Dar­le­hen sei vor über zehn Jah­ren erfolgt und somit ver­jährt. Stimmt das?

Ant­wort: Nein. Bei einem Dar­le­hen über­lässt der Dar­lei­her (Sie) dem Bor­ger (Mar­kus) Geld oder eine ande­re ver­tret­ba­re Sache. Der Bor­ger ver­pflich­tet sich im Gegen­zug zur Rück­erstat­tung. Wie Mar­kus rich­tig erkannt hat, ver­jährt ein Dar­le­hen nach zehn Jah­ren. Die­se Frist beginnt jedoch mit jeder Zins- oder Rück­zah­lung von Neu­em zu lau­fen. Da die letz­te Zins­zah­lung in Ihrem Fall vor acht Jah­ren getä­tigt wur­de, ist die Ver­jäh­rungs­frist von zehn Jah­ren noch nicht erreicht. Das Dar­le­hen ist somit nicht ver­jährt und Sie kön­nen es zurück­for­dern. Da für die Rück­zah­lung des Dar­le­hens kein bestimm­ter Ter­min ver­ein­bart wur­de, liegt ein unbe­fri­ste­tes Dar­le­hen vor. Die­ses muss Mar­kus inner­halb von sechs Wochen seit Ihrer ersten Auf­for­de­rung zurück­be­zah­len. Wei­gert sich Mar­kus wei­ter­hin, das Geld zurück­zu­zah­len, kön­nen Sie ihn betrei­ben. Eine Betrei­bung hat jedoch oft nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf das Freund­schafts­ver­hält­nis. Eine Alter­na­ti­ve wäre die Media­ti­on. Hier­bei wird eine neu­tra­le Per-son hin­zu­ge­zo­gen, wel­che das Ver­trau­en bei­der Sei­ten hat. So könn­te man sich bei­spiels­wei­se dar­auf eini­gen, dass Mar­kus Ihnen das Geld in meh­re­ren Teil­zah­lun­gen zurück­be­zahlt. Gut zu wis­sen: Obwohl münd­li­che Ver­trä­ge über Dar­le­hen gül­tig sind, emp­fiehlt sich auch bei einem hohen Ver­trau­ens­ver­hält­nis das Erstel­len eines schrift­li­chen Ver­trags. Denn ohne Beweis­ur­kun­de hat man im Streit­fall Pro­ble­me, sei­ne For­de­rung durchzusetzen.

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Hätten Sie es gewusst?

Wenn mich der Dieb verklagt

Fra­ge: Als ich nach dem Ein­kau­fen aus dem Super­markt kam, sah ich, wie sich ein Mann an mei­nem Fahr­rad zu schaf­fen mach­te. Er hat­te das Schloss auf­ge­bro­chen und mach­te sich gera­de dar­an, mit dem Fahr­rad davon zu fah­ren. Ich rann­te ihm hin­ter­her, pack­te ihn an der Jacke und habe ihn vom Velo geris­sen. Nun erhielt ich in der Post ein Schrei­ben des Gerichts, dass ich

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Wenn die Bank alles wissen will

Fra­ge: Ich bin bereits seit meh­re­ren Jah­ren Kun­de bei mei­ner Bank. Vor eini­gen Tagen erhielt ich einen Anruf von mei­nem Kun­den­be­ra­ter. Er mein­te, es habe in letz­ter Zeit unge­wöhn­li­che Bewe­gun­gen auf mei­nem Kon­to gege­ben und er woll­te nach­fra­gen, zu wel­chem Zweck die­se Zah­lun­gen getä­tigt wor­den sei­en. Ich bin aber der Mei­nung, das gehe die Bank nichts an. Muss ich Aus­kunft über mei­ne Zah­lun­gen geben? Ant­wort: Ja.

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