Hätten Sie es gewusst?

Nah, näher, mein Nachbar

Fra­ge: Letzt­hin erfuhr ich, dass mein Nach­bar einen Anbau plant, der gleich an der Grund­stücks­gren­ze zu unse­rem Sitz­platz ste­hen soll. Darf mein Nach­bar so dicht an unser Land bauen?

Ant­wort: Nein. Wer auf sei­nem Grund­stück bau­en will, muss die vom Kan­ton und der Gemein­de vor­ge­ge­be­nen Abstands­vor­schrif­ten ein­hal­ten. Wer den gesetz­li­chen Min­dest­ab­stand zur Grund­stücks­gren­ze unter­schrei­ten will, kann mit sei­nem Nach­barn ein soge­nann­tes Näher­bau­recht ver­ein­ba­ren. Das Näher­bau­recht ist eine indi­vi­du­el­le Ver­ein­ba­rung, der bei­de Nach­barn zustim­men müs­sen. Es emp­fiehlt sich, das Näher­bau­recht als Grund­dienst­bar­keit ins Grund­buch ein­zu­tra­gen. Dazu wird ein öffent­lich beur­kun­de­ter Dienst­bar­keits­ver­trag abge­schlos­sen und das Näher­bau­recht wird anschlies­send ins Grund­buch ein­ge­tra­gen. So bleibt die­ses erhal­ten, wenn das Grund­stück ver­kauft wird. Im Aar­gau setzt die Ände­rung der Abstän­de grund­sätz­lich einen öffent­lich beur­kun­de­ten Dienst­bar­keits­ver­trag vor­aus. Bei Klein- und Anbau­ten genügt jedoch eine ein­fa­che schrift­li­che Ver­ein­ba­rung. Es kann ein ein­sei­ti­ges — bei dem nur ein Nach­bar das Recht hat, näher an der Gren­ze zu bau­en — als auch ein beid­sei­ti­ges Näher­bau­recht ver­ein­bart wer­den. Beim ein­sei­ti­gen Bau­recht wird in der Regel für den Nach­barn, für den das Recht nicht gilt, eine Ent­schä­di­gung ver­ein­bart. Da Sie mit Ihrem Nach­barn kein Näher­bau­recht ver­ein­bart haben, ist die­ser an die gesetz­li­chen Grenz­ab­stän­de gebun­den. Sie kön­nen Ein­spruch beim Bau­amt erhe­ben, wor­auf­hin Ihr Nach­bar den Anbau nicht rea­li­sie­ren kann. Bemer­ken Sie einen Ver­stoss, soll­ten Sie sofort reagie­ren. Denn steht die Bau­te bereits und Sie haben kei­nen Ein­spruch erho­ben, kann das Gericht Ihrem Nach­barn unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen ein Näher­bau­recht ein­räu­men, wofür Sie von Ihrem Nach­barn in der Regel zu ent­schä­di­gen sind.

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Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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