Hätten Sie es gewusst?

Muss der Diebstahl ins Arbeitszeugnis?

Fra­ge:  Mar­cel hat Geld aus der Kas­se gestoh­len. Er wur­de frist­los ent­las­sen und ich soll nun sein Arbeits­zeug­nis ver­fas­sen. Mar­cel ist eigent­lich ein net­ter Kerl und ich will ihm sei­ne Job­su­che nicht unnö­tig erschwe­ren. Darf ich den Dieb­stahl im Zeug­nis verschweigen?

Ant­wort:  Nein. Ein Arbeits­zeug­nis ist ein Lei­stungs­nach­weis. Zukünf­ti­ge Arbeit­ge­ber sol­len sich damit ein Bild über das Ver­hal­ten des Mit­ar­bei­ters am Arbeits­platz machen können. 

Es stimmt, dass das Arbeits­zeug­nis wohl­wol­lend for­mu­liert sein muss. Gleich­zei­tig muss es aber auch der Wahr­heit ent­spre­chen. Die weit­ver­brei­te­te Mei­nung, dass Nega­ti­ves im Zeug­nis kei­nen Platz hat, stimmt somit nicht. Denn soweit für die Gesamt­be­ur­tei­lung nötig, müs­sen auch die nega­ti­ven Aspek­te des Arbeits­ver­hält­nis­ses erwähnt werden. 

Nicht erwäh­nens­wert sind gering­fü­gi­ge Ver­feh­lun­gen, die nicht cha­rak­te­ri­stisch für das Arbeits­ver­hält­nis sind. Also bei­spiels­wei­se aus­nahms­wei­ses Zuspät­kom­men, ein­zel­ne Strei­tig­keit oder Kon­flik­te oder straf­recht­li­che Ver­feh­lun­gen ohne Aus­wir­kun­gen auf das Arbeitsverhältnis. 

Ein Dieb­stahl am Arbeits­platz hin­ge­gen stellt eine schwer­wie­gen­de Pflicht­ver­let­zung dar und ist für die Beur­tei­lung des Arbeit­neh­mers uner­läss­lich. Sie müs­sen den Vor­fall im Zeug­nis erwäh­nen, nicht jedoch das genau Ver­ge­hen. Eine kor­rek­te For­mu­lie­rung wäre «Wir haben das Arbeits­ver­hält­nis mit Herr X nach einer schwer­wie­gen­den Pflicht­ver­let­zung» oder «nach einem schwer­wie­gen­den Ver­trau­ens­bruch per sofort aufgelöst». 

Gut zu wis­sen: Krank­hei­ten sind nur zu erwäh­nen, wenn sie einen erheb­li­chen Ein­fluss auf die Lei­stung oder das Ver­hal­ten des Arbeit­neh­mers hat­ten oder einen sach­li­chen Grund zur Auf­lö­sung des Arbeits­ver­hält­nis­ses dar­stell­ten. Zudem kön­nen Sie durch das Ver­schwei­gen wich­ti­ger Fak­ten scha­den­er­satz­pflich­tig werden.

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Hätten Sie es gewusst?

Wenn mich der Dieb verklagt

Fra­ge: Als ich nach dem Ein­kau­fen aus dem Super­markt kam, sah ich, wie sich ein Mann an mei­nem Fahr­rad zu schaf­fen mach­te. Er hat­te das Schloss auf­ge­bro­chen und mach­te sich gera­de dar­an, mit dem Fahr­rad davon zu fah­ren. Ich rann­te ihm hin­ter­her, pack­te ihn an der Jacke und habe ihn vom Velo geris­sen. Nun erhielt ich in der Post ein Schrei­ben des Gerichts, dass ich

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Wenn die Bank alles wissen will

Fra­ge: Ich bin bereits seit meh­re­ren Jah­ren Kun­de bei mei­ner Bank. Vor eini­gen Tagen erhielt ich einen Anruf von mei­nem Kun­den­be­ra­ter. Er mein­te, es habe in letz­ter Zeit unge­wöhn­li­che Bewe­gun­gen auf mei­nem Kon­to gege­ben und er woll­te nach­fra­gen, zu wel­chem Zweck die­se Zah­lun­gen getä­tigt wor­den sei­en. Ich bin aber der Mei­nung, das gehe die Bank nichts an. Muss ich Aus­kunft über mei­ne Zah­lun­gen geben? Ant­wort: Ja.

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