Hätten Sie es gewusst?

Meine Freundin soll das Haus erben

Fra­ge: Mit mei­ner Ex-Frau habe ich einen gemein­sa­men Sohn. Seit der Schei­dung habe ich kei­nen Kon­takt mehr zu ihm. Zur­zeit lebe ich gemein­sam mit mei­ner Lebens­ge­fähr­tin in mei­nem Haus. Da ich neben mei­nem Haus kein gros­ses Ver­mö­gen besit­ze, möch­te ich mei­ner Lebens­ge­fähr­tin im Testa­ment das Haus ver­ma­chen. Geht das?

Ant­wort: Nur mit Ein­schrän­kun­gen. Unver­hei­ra­te­te Paa­re haben gegen­sei­tig kei­ne gesetz­li­che Erb­be­rech­ti­gung. Ein Kon­ku­bi­nats­part­ner erbt nur, wenn er in einem Testa­ment oder Erb­ver­trag vom Ver­stor­be­nen als Erbe ein­ge­setzt wor­den ist. Andern­falls geht er erbrecht­lich leer aus. Wird der Kon­ku­bi­nats­part­ner als Erbe ein­ge­setzt, müs­sen aller­dings die Pflicht­tei­le der Erben berück­sich­tigt wer­den. Pflicht­teils­ge­schütz­te Erben sind nicht geschie­de­ne Ehe­gat­ten und ein­ge­tra­ge­ne Part­ner, Nach­kom­men oder allen­falls auch die Eltern. Was nach Abzug der Pflicht­tei­le vom Ver­mö­gen des Ver­stor­be­nen übrig bleibt, ist die soge­nann­te freie Quo­te. Über die­se kann der Erb­las­ser frei ver­fü­gen. Wer­den die Pflicht­tei­le miss­ach­tet, kön­nen die Erben die letzt­wil­li­ge Ver­fü­gung anfech­ten. Der Pflicht­teil Ihres Soh­nes beträgt 3/4 Ihres Ver­mö­gens. Sie kön­nen zwar in Ihrem Testa­ment bestim­men, dass Ihre Lebens­part­ne­rin Allein­ei­gen­tü­me­rin des Hau­ses wird. Dann müss­te sie jedoch in der Lage sein, 3/4 des Werts des Hau­ses Ihrem Sohn aus­zu­be­zah­len. Soll­te das nicht der Fall sein, kön­nen Sie Ihrer Lebens­part­ne­rin in Ihrem Testa­ment ein Wohn­recht an Ihrem Haus ein­räu­men. Ihre Lebens­part­ne­rin wird dadurch zwar nicht Eigen­tü­me­rin des Hau­ses, sie ist jedoch wei­ter­hin berech­tigt, bis zu ihrem Tod in dem Haus wohn­haft zu blei­ben. Die­se Lösung setzt aller­dings eben­falls vor­aus, dass der kapi­ta­li­sier­te Wert des Wohn­rechts die Ansprü­che pflicht­teils­ge­schütz­ter Erben nicht verletzt.

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Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

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