Hätten Sie es gewusst?

Kündigung per E‑Mail

Fra­ge: Ich habe mei­nen Arbeits­ver­trag mit­tels nor­ma­ler E‑Mail gekün­digt. Nun hat mir ein Kol­le­ge gesagt, eine sol­che Kün­di­gung sei nicht gül­tig. Damit liegt er bestimmt falsch, oder?

Ant­wort: Ja. In Ihrem Arbeits­ver­trag wur­de über die Form der Kün­di­gung nichts ver­ein­bart. Gemäss Gesetz bedarf daher die Kün­di­gung kei­ner beson­de­ren Form und kann auch münd­lich oder per E‑Mail erfolgen. 

Aller­dings ist eine Kün­di­gung per E‑Mail nicht emp­feh­lens­wert. Es besteht dabei ein nicht zu unter­schät­zen­des Beweis­pro­blem. Bestrei­tet der Arbeit­ge­ber, die Kün­di­gung erhal­ten zu haben, ist der Arbeit­neh­mer hier­für beweis­pflich­tig. Bei einer E‑Mail ist ein sol­cher Beweis aber umständ­lich und nicht immer ein­fach zu füh­ren. Sie müss­ten ver­su­chen, mit Hil­fe der Auf­zeich­nung des Inter­net-Pro­vi­ders zu bewei­sen, dass der Adres­sat die E‑Mail tat­säch­lich erhal­ten hat. Zu bevor­zu­gen ist es daher, die Kün­di­gung mit ein­ge­schrie­be­nem Brief zu ver­schicken. Eine ande­re Mög­lich­keit besteht dar­in, die Kün­di­gung dem Arbeit­ge­ber per­sön­lich aus­zu­hän­di­gen und sich dies mit Datum und Unter­schrift auf einer Kopie der Kün­di­gung bestä­ti­gen zu lassen. 

Ist in einem Arbeits­ver­trag dem­ge­gen­über für eine Kün­di­gung die Schrift­form ver­ein­bart wor­den, genügt eine Kün­di­gung per nor­ma­ler E‑Mail nicht mehr. Schrift­lich­keit liegt näm­lich nur dann vor, wenn die Urkun­de durch den Ver­fas­ser eigen­hän­dig unter­schrie­ben ist. Von wem dabei der Text stammt und ob er mit Schreib­ma­schi­ne oder von Hand geschrie­ben wur­de, spielt kei­ne Rol­le. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind bei der elek­tro­ni­schen Post nicht erfüllt. Anders stellt sich die Rechts­la­ge nur dann dar, wenn die E‑Mail mit einer soge­nann­ten qua­li­fi­zier­ten elek­tro­ni­schen Signa­tur ver­se­hen ist. Eine sol­che Kün­di­gung wür­de dem Erfor­der­nis der Schrift­lich­keit genü­gen und wäre gültig.

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