Hätten Sie es gewusst?

Keine Lust mehr zu arbeiten

Fra­ge: Ich füh­re ein klei­nes Unter­neh­men mit eini­gen Ange­stell­ten. Vor eini­gen Tagen habe ich von mei­ner Sekre­tä­rin eine Nach­richt erhal­ten, in der sie mir mit­teilt, dass sie nicht mehr zur Arbeit kom­men wird. Sie habe ein bes­se­res Job­an­ge­bot erhal­ten. Ich muss­te eine kurz­fri­sti­ge Tem­po­r­ä­r­ar­bei­te­rin ein­stel­len, um den Ablauf im Betrieb auf­recht­zu­er­hal­ten. Kann ich mei­ne Sekre­tä­rin für den ent­stan­de­nen Scha­den belangen?

Ant­wort: Ja. Jede Par­tei, das heisst sowohl der Arbeit­ge­ber als auch der Arbeit­neh­mer, kann einen Arbeits­ver­trag kün­di­gen. Wer­den die vor­ge­schrie­be­nen Kün­di­gungs­fri­sten ein­ge­hal­ten, spricht man von einer ordent­li­chen Kün­di­gung. Für die ordent­li­che Kün­di­gung braucht es weder einen beson­de­ren Grund noch eine Vorwarnung.

In Aus­nah­me­fäl­len — soge­nann­ten wich­ti­gen Grün­den — kann das Arbeits­ver­hält­nis auch ohne die Ein­hal­tung der Kün­di­gungs­fri­sten auf­ge­löst wer­den. Eine sol­che frist­lo­se Kün­di­gung ist bloss dann zuläs­sig, wenn die Fort­füh­rung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zumut­bar ist.

Indem Ihre Sekre­tä­rin von heu­te auf mor­gen nicht mehr zur Arbeit erschie­nen ist, hat sie frist­los gekün­digt. Grund für ihre Kün­di­gung ist ein bes­se­res Job­an­ge­bot. Die­ses stellt kei­nen wich­ti­gen Grund dar, um das Arbeits­ver­hält­nis auf­zu­lö­sen und recht­fer­tigt somit nicht die frist­lo­se Kün­di­gung. Ein wich­ti­ger Grund wären etwa sexu­el­le Belä­sti­gung, mas­si­ves Mob­bing, Ehr­ver­let­zun­gen, Tät­lich­kei­ten oder die Auf­for­de­rung zu einer straf­ba­ren Hand­lung wie etwa zur Steuerhinterziehung.

Als Arbeit­ge­ber haben Sie unter die­sen Umstän­den Anspruch auf einen Vier­tel des Monats­lohns Ihrer Sekre­tä­rin. Zudem kön­nen Sie Scha­den­er­satz for­dern für Ihre Auf­wen­dun­gen für die teu­re­re Tem­po­r­ä­r­ar­bei­te­rin. Die Ent­schä­di­gung müs­sen Sie innert 30 Tagen durch Kla­ge oder Betrei­bung gel­tend machen.

Glänzen Sie mit spannendem Alltagswissen

Wir senden Ihnen verständliche Antworten auf die beliebtesten Alltagsfragen kostenlos und direkt in Ihr Postfach. Der Versand erfolgt 2- bis 3-mal jährlich.

Hätten Sie es gewusst?

Wenn mich der Dieb verklagt

Fra­ge: Als ich nach dem Ein­kau­fen aus dem Super­markt kam, sah ich, wie sich ein Mann an mei­nem Fahr­rad zu schaf­fen mach­te. Er hat­te das Schloss auf­ge­bro­chen und mach­te sich gera­de dar­an, mit dem Fahr­rad davon zu fah­ren. Ich rann­te ihm hin­ter­her, pack­te ihn an der Jacke und habe ihn vom Velo geris­sen. Nun erhielt ich in der Post ein Schrei­ben des Gerichts, dass ich

Weiterlesen »

Wenn die Bank alles wissen will

Fra­ge: Ich bin bereits seit meh­re­ren Jah­ren Kun­de bei mei­ner Bank. Vor eini­gen Tagen erhielt ich einen Anruf von mei­nem Kun­den­be­ra­ter. Er mein­te, es habe in letz­ter Zeit unge­wöhn­li­che Bewe­gun­gen auf mei­nem Kon­to gege­ben und er woll­te nach­fra­gen, zu wel­chem Zweck die­se Zah­lun­gen getä­tigt wor­den sei­en. Ich bin aber der Mei­nung, das gehe die Bank nichts an. Muss ich Aus­kunft über mei­ne Zah­lun­gen geben? Ant­wort: Ja.

Weiterlesen »
Scroll to Top