Hätten Sie es gewusst?

Kein Geld trotz Pfandvertrag?

Fra­ge: Ein guter Freund von mir war letz­tens in Geld­not. Ich habe ihm unter die Arme gegrif­fen, indem ich ihm ein Dar­lehn gege­ben habe. Eini­ge Tage spä­ter sind mir jedoch Beden­ken gekom­men. Ich ver­lang­te dar­auf­hin ein Pfand als Sicher­heit. Mein Freund sicher­te mir schrift­lich zu, dass sein Wein­kel­ler als Pfand dient. Die­ser ist um eini­ges wert­vol­ler als das Dar­lehn. Bin ich nun genü­gend abgesichert?

Ant­wort: Nein, denn Sie besit­zen kein Pfand­recht an den Wein­fla­schen. Ein Pfand an einer Sache ent­steht erst, wenn die Pfand­sa­che in den Besitz des Pfand­gläu­bi­gers über­geht. Solan­ge der Ver­pfän­der allein über die Sache ver­fü­gen kann, ist das Pfand­recht nicht gül­tig bestellt. Die Wein­fla­schen lie­gen immer noch im Kel­ler Ihres Freun­des und sind daher in sei­nem Besitz. Ihr Dar­lehn ist des­halb nicht abge­si­chert. Dar­an ändert auch der schrift­li­che Pfand­ver­trag nichts. Ihnen droht aber noch ein wei­te­res Pro­blem. Sie haben näm­lich das Dar­lehn bloss münd­lich ver­ein­bart. Es ist unbe­dingt emp­feh­lens­wert, bei einem Dar­lehn in jedem Fall einen schrift­li­chen Ver­trag abzu­schlies­sen, auch unter guten Freun­den oder Fami­li­en­mit­glie­dern. Hal­ten Sie in dem von bei­den Par­tei­en unter­schrie­be­nen Ver­trag alle wich­ti­gen Punk­te fest. Dazu gehö­ren der Betrag, die Quit­tie­rung der Aus­zah­lung, die Ver­zin­sung, die Rück­zah­lungs­mo­da­li­tä­ten (Rück­zah­lung in Raten oder ein­ma­lig) sowie die Kün­di­gungs­frist. Denn ohne einen sol­chen schrift­li­chen Ver­trag wer­den Sie Schwie­rig­kei­ten haben, das Dar­lehn zu bewei­sen, falls Ihnen Ihr Freund das Geld doch nicht zurück­zah­len will. Er kann spä­ter behaup­ten, Sie hät­ten ihm das Geld geschenkt. Wer bei einem Streit­fall das Dar­lehn bewei­sen muss, sitzt meist am kür­ze­ren Hebel. Bit­ten Sie Ihren Freund daher noch um eine unter­schrift­li­che Bestä­ti­gung des Darlehens.

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Hätten Sie es gewusst?

Wenn mich der Dieb verklagt

Fra­ge: Als ich nach dem Ein­kau­fen aus dem Super­markt kam, sah ich, wie sich ein Mann an mei­nem Fahr­rad zu schaf­fen mach­te. Er hat­te das Schloss auf­ge­bro­chen und mach­te sich gera­de dar­an, mit dem Fahr­rad davon zu fah­ren. Ich rann­te ihm hin­ter­her, pack­te ihn an der Jacke und habe ihn vom Velo geris­sen. Nun erhielt ich in der Post ein Schrei­ben des Gerichts, dass ich

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Wenn die Bank alles wissen will

Fra­ge: Ich bin bereits seit meh­re­ren Jah­ren Kun­de bei mei­ner Bank. Vor eini­gen Tagen erhielt ich einen Anruf von mei­nem Kun­den­be­ra­ter. Er mein­te, es habe in letz­ter Zeit unge­wöhn­li­che Bewe­gun­gen auf mei­nem Kon­to gege­ben und er woll­te nach­fra­gen, zu wel­chem Zweck die­se Zah­lun­gen getä­tigt wor­den sei­en. Ich bin aber der Mei­nung, das gehe die Bank nichts an. Muss ich Aus­kunft über mei­ne Zah­lun­gen geben? Ant­wort: Ja.

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