Hätten Sie es gewusst?

Ist mein wirklich mein?

Fra­ge: Ich woh­ne in einer Eigen­tums­woh­nung. Da es teil­wei­se sehr win­dig sein kann, habe ich an unse­rem Bal­kon eine Ver­gla­sung ange­bracht. Jetzt hat mich ein Nach­bar in einem Brief dazu auf­ge­for­dert, die Ver­gla­sung zu ent­fer­nen. Muss ich sie ent­fer­nen, obwohl es mein Bal­kon ist?

Ant­wort: Ja. Ein Stock­werk­ei­gen­tü­mer besitzt nicht das Allein­ei­gen­tum an sei­ner Woh­nung, son­dern ein Mit­ei­gen­tums­recht an der gesam­ten Lie­gen­schaft. Er hat jedoch ein Son­der­recht an sei­ner Woh­nung. Das bedeu­tet, er hat das Recht, sei­ne Woh­nung allein zu benut­zen, sie umzu­bau­en und zu ver­än­dern. Für den Unter­halt zahlt er allein. Ein sol­ches Son­der­recht kann aber bloss an Gebäu­de­tei­len begrün­det wer­den, die in sich abge­schlos­sen sind und über einen eige­nen Zugang ver­fü­gen. Jene Tei­le, die nicht zum Son­der­recht eines Stock­werk­ei­gen­tü­mers gehö­ren, sind gemein­schaft­li­che Tei­le. Zwin­gend gemein­schaft­lich sind der Boden der Lie­gen­schaft sowie tra­gen­de Mau­ern, die Fas­sa­de und Bau­tei­le, die deren Aus­se­hen bestim­men. Wenn ein sol­cher Teil ver­än­dert wird, ist die Zustim­mung der gesam­ten Stock­werk­ge­mein­schaft nötig. An bestimm­ten gemein­schaft­li­chen Tei­len kön­nen ein­zel­ne Stock­werk­ei­gen­tü­mer ein Son­der­nut­zungs­recht haben. Damit haben sie das Recht, die­se allein nut­zen zu kön­nen. Dazu gehört etwa der Gar­ten­sitz­platz, die Dach­ter­ras­se oder ein Park­platz. Bal­ko­ne sind zwin­gend gemein­schaft­li­che Tei­le, da sie das Aus­se­hen der Lie­gen­schaft bestim­men. Sie als Stock­werk­ei­gen­tü­mer haben zwar ein Son­der­nut­zungs­recht an Ihrem Bal­kon. Die­ses beschränkt sich jedoch auf den Innen­be­reich des Bal­kons. Das Bal­kon­ge­län­der ist dem­ge­gen­über gemein­schaft­lich und bedarf bei einer Ände­rung der Zustim­mung der Gemein­schaft. Sie müs­sen daher die Ver­gla­sung bei der näch­sten Ver­samm­lung nach­träg­lich legi­ti­mie­ren lassen.

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Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

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