Frage der Woche

Ist eine erneute Probezeit zulässig?

Fra­ge: Seit einem hal­ben Jahr arbei­te ich bei einem grös­se­ren Unter­neh­men. Ver­mit­telt wur­de ich durch ein Tem­po­rär­bü­ro. Ich durch­lief eine Pro­be­zeit von 2 Mona­ten. Auf den ersten Okto­ber bie­tet mir der Ein­satz­be­trieb nun eine Fest­an­stel­lung an. Es wird jedoch eine erneu­te Pro­be­zeit von 2 Mona­ten ver­langt, obwohl ein gutes Ver­hält­nis besteht und ich schon läng­stens ein­ge­ar­bei­tet bin. Muss ich die­se Pro­be­zeit akzeptieren?

Ant­wort: Ja. Durch die Pro­be­zeit erhal­ten bei­de Par­tei­en Zeit, sich ken­nen­zu­ler­nen und zu ent­schei­den, ob sie sich län­ger­fri­stig bin­den wol­len. Dies dient dem Auf­bau eines Ver­trau­ens­ver­hält­nis­ses, wel­ches die Basis einer erfolg­rei­chen Zusam­men­ar­beit bil­det. Bei einem Arbeits­ver­hält­nis auf unbe­stimm­te Zeit gilt von Geset­zes wegen eine Pro­be­zeit von einem Monat. Die­se Pro­be­zeit kann durch eine schrift­li­che Ver­ein­ba­rung (Arbeits­ver­trag) bis auf drei Mona­te erhöht oder bis zur Weg­las­sung gesenkt wer­den. Sie beginnt mit der tat­säch­li­chen Arbeits­auf­nah­me. Dabei wer­den frü­he­re Arbeits­ver­hält­nis­se bei­der Par­tei­en berück­sich­tigt, damit die gesetz­li­che Maxi­mal­dau­er von drei Mona­ten nicht über­schrit­ten wird. Aus­nah­men gibt es aller­dings bei einem län­ge­ren Ver­trags­un­ter­bruch oder wenn sich das Ver­hält­nis zwi­schen dem Arbeit­neh­mer und dem Arbeit­ge­ber wesent­lich ändert. Da bei Ihnen bis­her eine Tem­po­rär­an­stel­lung als Leih­ar­bei­ter bestand, exi­stier­te kein direk­ter Ver­trag zwi­schen Ihnen und dem Ein­satz­be­trieb. Der Über­tritt in eine Fest­an­stel­lung bewirkt eine wesent­li­che Ver­än­de­rung Ihrer Stel­lung gegen­über dem Ein­satz­be­trieb. Des­halb wird Ihnen die bis­her gelei­ste­te Pro­be­zeit nicht ange­rech­net. Ihr Arbeit­ge­ber kann somit eine neue Pro­be­zeit von drei Mona­ten for­dern. Sie müs­sen sich wohl oder übel damit abfinden.

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Hätten Sie es gewusst?

Kann ich meinen Sohn enterben?

Fra­ge: Auf­grund einer Mei­nungs­ver­schie­den­heit vor 4 Jah­ren ent­wickel­te sich ein grös­se­rer Kon­flikt zwi­schen mir und mei­nem Sohn. Obwohl der Streit seit Län­ge­rem bei­gelegt ist, igno­riert er mich fort­wäh­rend. Er beant­wor­tet kei­ne Tele­fon­an­ru­fe, geschwei­ge denn besucht er mich oder wil­ligt ein, die Fei­er­ta­ge gemein­sam zu ver­brin­gen. Kann ich ihn ent­er­ben? Ant­wort: Nein. Durch die Enter­bung kann einem gesetz­li­chen Erben der Pflichtteil

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Rabiater Fussballer

Fra­ge: Beim Fuss­ball­spiel wur­de ich von mei­nem Gegen­spie­ler mit einem Ell­bo­gen­schlag im Gesicht ver­letzt. Mein Gegen­spie­ler wur­de für das Foul vom Schieds­rich­ter mit einer gel­ben Kar­te bestraft. Er will nun aber nicht für den ent­stan­de­nen Scha­den auf­kom­men. Er behaup­tet, eine sol­che Ver­let­zung gehö­re zum all­ge­mei­nen Spiel­ri­si­ko. Stimmt das tat­säch­lich? Ant­wort: Nein. Grund­sätz­lich schliesst zwar eine Ein­wil­li­gung des Ver­letz­ten in eine

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Cornel Wehrli Rechtsanwalt

Cornel Wehrli, Rechtsanwalt

Cornel ist mit Priska verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er wohnt in Frick. Als Mitglied des internationalen Serviceclubs Kiwanis gilt sein soziales Engagement den Kindern. In seiner Freizeit geniesst er seine Freiheit auf dem Motarrad oder unter dem Gleitschirm. Wenn Cornel kein Anwalt geworden wäre, würde er sein Geld als Gleitschirm-Testpilot verdienen.

Mein Leitsatz:

«Gesetzeskenntnis allein genügt nicht. Es gilt immer den Menschen mit seinen Sorgen und Wünschen zu erkennen, um gemeinsam den Erfolg anzustreben.»

Haben Sie gewusst?

Cornel hält den Wecker für eine der dümmsten Erfindungen der Menschheit.