Frage der Woche

Gefangen in der eigenen Wohnung?

Fra­ge: Als ich vor einem Jahr zusam­men mit einem Freund eine WG gegrün­det habe, haben wir den Miet­ver­trag gemein­sam unter­zeich­net. Ich möch­te jetzt aus der WG aus­zie­hen, da ich mit mei­ner Freun­din zusam­men­zie­hen will. Kann ich den Miet­ver­trag ein­fach kündigen?

Ant­wort: Nein. Wird der Miet­ver­trag von meh­re­ren Mie­tern gemein­sam unter­zeich­net, sind Sie Soli­darm­ie­ter. Sie haf­ten des­halb soli­da­risch für den Miet­zins, die Neben­ko­sten und all­fäl­li­ge Miet­schä­den. Der Ver­trag kann nur von allen Mie­tern gemein­sam gekün­digt wer­den. Das Miet­ver­hält­nis zwi­schen Ihrem Mit­be­woh­ner und dem Ver­mie­ter wird in die­sem Fall aber eben­falls auf­ge­löst. Wenn Ihr Mit­be­woh­ner in der Woh­nung blei­ben möch­te, wird er mit der Kün­di­gung nicht ein­ver­stan­den sein. Denn der Ver­mie­ter ist nach der Kün­di­gung nicht ver­pflich­tet, erneut einen Miet­ver­trag mit Ihrem Mit­be­woh­ner abzu­schlies­sen, da er in der Wahl sei­ner Mie­ter frei ist. Nur wenn Ihr Mit­be­woh­ner und der Ver­mie­ter ein­ver­stan­den sind, kön­nen Sie eine Ver­trags­über­schrei­bung auf Ihren Mit­be­woh­ner vor­neh­men. In die­sem Fall schei­den Sie aus dem Ver­trag aus und Ihr Mit­be­woh­ner wird allei­ni­ger Mie­ter. Ist eine sol­che Ver­trags­über­schrei­bung nicht mög­lich, haf­ten Sie trotz Ihres Aus­zugs aus der Woh­nung wei­ter, bis der Ver­trag been­det wird. Fin­den Sie kei­ne Lösung mit Ihrem Mit­mie­ter und dem Ver­mie­ter, müs­sen Sie vor Gericht die Auf­lö­sung des Miet­ver­trags erzwin­gen. Als Wohn­ge­mein­schaft bil­den sie mit Ihrem Mit­mie­ter eine ein­fa­che Gesell­schaft. Die­se kön­nen Sie in der Regel mit einer sechs­mo­na­ti­gen Kün­di­gungs­frist durch den Rich­ter auf­lö­sen las­sen und die Auf­he­bung des Miet­ver­trags ver­lan­gen. Tipp: Wenn Sie einen Miet­ver­trag gemein­sam unter­zeich­nen, legen Sie die Mög­lich­keit eines ein­sei­ti­gen Kün­di­gungs­rechts für jeden Mie­ter im Ver­trag aus­drück­lich fest.

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Hätten Sie es gewusst?

Verlorene Erbschaft?

Fra­ge: Als ich mei­nen Mann gehei­ra­tet habe, befand er sich noch im Stu­di­um und hat­te kaum Ein­kom­men. Ich hin­ge­gen hat­te rund 50’000.00 Fran­ken ange­spart. Die­ses Geld wur­de im Lau­fe der Ehe für unse­ren Unter­halt ver­braucht. Heu­te ver­dient mein Mann sehr gut. Da unse­re Ehe zwi­schen­zeit­lich geschei­tert ist, befin­den wir uns in Schei­dungs­ver­hand­lun­gen. Muss mein Mann mir nichts zurück­zah­len? Ant­wort: Doch.

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Vertrauensschutz bei falscher Auskunft?

Fra­ge: Wegen eines Ver­kehrs­de­likts habe ich einen Straf­be­fehl erhal­ten. Glei­chen­tags erhielt ich auch eine Auf­for­de­rung des Stras­sen­ver­kehrs­am­tes, mich zum Vor­fall zu äus­sern. Nach­dem mir der Staats­an­walt gesagt hat, dass ich kei­nen Füh­rer­aus­weis­ent­zug fürch­ten muss, habe ich dem Stras­sen­ver­kehrs­amt nicht zurück­ge­schrie­ben. Nun habe ich eine Ver­fü­gung erhal­ten, mit der mir der Aus­weis für einen Monat ent­zo­gen wird. Mei­nes Erach­tens ver­stösst es

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Cornel Wehrli Rechtsanwalt

Cornel Wehrli, Rechtsanwalt

Cornel ist mit Priska verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er wohnt in Frick. Als Mitglied des internationalen Serviceclubs Kiwanis gilt sein soziales Engagement den Kindern. In seiner Freizeit geniesst er seine Freiheit auf dem Motarrad oder unter dem Gleitschirm. Wenn Cornel kein Anwalt geworden wäre, würde er sein Geld als Gleitschirm-Testpilot verdienen.

Mein Leitsatz:

«Gesetzeskenntnis allein genügt nicht. Es gilt immer den Menschen mit seinen Sorgen und Wünschen zu erkennen, um gemeinsam den Erfolg anzustreben.»

Haben Sie gewusst?

Cornel hält den Wecker für eine der dümmsten Erfindungen der Menschheit.