Frage der Woche

Ferien ohne Geld

Fra­ge: Seit rund drei Jah­ren arbei­te ich im Ver­kauf an der Kas­se im Stun­den­lohn. Laut Arbeits­ver­trag haben wir vier Wochen Feri­en pro Jahr zugu­te. Jedoch erhal­ten wir kei­nen Lohn wäh­rend der Feri­en. Mein Chef meint, da ich so unre­gel­mäs­sig arbei­te, kön­ne er kei­nen Feri­en­lohn berech­nen. Aus die­sem Grund hät­te ich auch kei­nen Anspruch dar­auf. Stimmt das?

Ant­wort: Nein. Jeder Arbeit­neh­mer hat ab dem 20. Lebens­jahr Anspruch auf min­de­stens vier Wochen bezahl­te Feri­en. Dar­un­ter fal­len auch Teil­zeit­an­ge­stell­te und Ange­stell­te im Stun­den­lohn. Wäh­rend der Feri­en muss der­sel­be Lohn aus­be­zahlt wer­den, wie wenn wäh­rend die­ser Zeit gear­bei­tet wor­den wäre. Da bei Ange­stell­ten im Stun­den­lohn der Lohn von Monat zu Monat unter­schied­lich sein kann, ist wäh­rend der Feri­en ein Durch­schnitts­lohn aus­zu­be­zah­len. Oft­mals ist die­ser im monat­li­chen Stun­den­lohn ent­hal­ten. Die Höhe des Feri­en­lohns ist dabei im Arbeits­ver­trag und auf der Lohn­ab­rech­nung in Pro­zent und Fran­ken anzu­ge­ben. Ist bloss ein Zusatz wie »inkl. Feri­en« ver­merkt, reicht das nicht aus. Der Arbeit­ge­ber ris­kiert dies­falls, die Feri­en nach­be­zah­len zu müs­sen. Da Sie gemäss Ver­trag vier Wochen Feri­en zugu­te haben, haben Sie Anspruch auf einen Zuschlag von 8.33 % zu Ihrem Stun­den­lohn. Ihr Anspruch auf Feri­en­lohn ver­jährt erst nach fünf Jah­ren. Sie kön­nen den Ihnen zuste­hen­den Feri­en­lohn der letz­ten drei Jah­re somit noch von Ihrem Arbeit­ge­ber ein­for­dern. Wich­tig zu wis­sen: Der Arbeit­ge­ber ist grund­sätz­lich nicht ver­pflich­tet, Ange­stell­ten im Monats­lohn aus­ge­fal­le­ne Stun­den auf­grund pri­va­ter Absen­zen wie Hoch­zeit oder Todes­fäl­le zu ent­schä­di­gen. Anders bei Arbeits­ver­hin­de­rung auf­grund von Krank­heit, Unfall oder obli­ga­to­ri­schen Dienst­lei­stun­gen. Hier sind alle Arbeit­neh­mer gleich­ge­stellt. Auch Ange­stell­te im Stun­den­lohn haben einen Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Glänzen Sie mit nützlichem Alltagswissen 

Wir senden Ihnen verständliche Antworten auf die beliebtesten Alltagsfragen kostenlos und direkt in Ihr Postfach. Der Versand erfolgt 2- bis 3-mal jährlich.

Hätten Sie es gewusst?

Beinaheunfall mit einem Kind

Fra­ge: Ein Kol­le­ge erzähl­te kürz­lich, er hät­te einen schlim­men Unfall nur knapp ver­hin­dern kön­nen, als ihm ein Kind vor das Auto rann­te. Nach­dem er sein Fahr­zeug zum Ste­hen gebracht habe, sei die Mut­ter des Kin­des auf ihn zuge­lau­fen und habe ihn laut­hals beschimpft. Als Auto­fah­rer müs­se er bes­ser auf­pas­sen, wenn Kin­der in der Nähe sei­en. Das Kind spa­zier­te jedoch in

Weiterlesen »

Baubewilligungspflicht auch ohne Bauarbeiten?

Fra­ge: Ich habe vor einem Jahr ein altes Bau­ern­haus gekauft. Um mir neben­her etwas Geld zu ver­die­nen, habe ich im Schopf eine Repa­ra­tur­werk­statt ein­ge­rich­tet. Für das Ein­rich­ten der Werk­statt waren kei­ner­lei Umbau­ar­bei­ten not­wen­dig. Ich habe daher auch kei­ne Bau­be­wil­li­gung ein­ge­holt. Nun hat mir ein Bekann­ter gesagt, dies sei nicht zuläs­sig. Auch ohne Umbau­ar­bei­ten müs­se ich eine Bau­be­wil­li­gung ein­ho­len. Stimmt das?

Weiterlesen »
Nach oben scrollen
Cornel Wehrli Rechtsanwalt

Cornel Wehrli, Rechtsanwalt

Cornel ist mit Priska verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er wohnt in Frick. Als Mitglied des internationalen Serviceclubs Kiwanis gilt sein soziales Engagement den Kindern. In seiner Freizeit geniesst er seine Freiheit auf dem Motarrad oder unter dem Gleitschirm. Wenn Cornel kein Anwalt geworden wäre, würde er sein Geld als Gleitschirm-Testpilot verdienen.

Mein Leitsatz:

«Gesetzeskenntnis allein genügt nicht. Es gilt immer den Menschen mit seinen Sorgen und Wünschen zu erkennen, um gemeinsam den Erfolg anzustreben.»

Haben Sie gewusst?

Cornel hält den Wecker für eine der dümmsten Erfindungen der Menschheit.