Frage der Woche

Erbschaftsschulden bezahlen?

Fra­ge: Vor rund zwei Jah­ren ist mein Vater ver­stor­ben. Er ver­erb­te mir und mei­nen Geschwi­stern nicht viel. Da ich nichts mit der Erb­schaft zu tun haben woll­te, habe ich mei­nen Erb­teil an eine mei­ner Schwe­stern ver­kauft. Nun habe ich einen Brief erhal­ten, indem ein Gläu­bi­ger aus der Erb­schaft mei­nes Vaters Ansprü­che gegen mich gel­tend machen will. Mit dem Ver­kauf der Erb­schaft bin ich doch aus der Erben­ge­mein­schaft aus­ge­tre­ten. Haf­te ich den­noch für die Schul­den aus dem Erbe mei­nes Vaters?

Ant­wort: Ja. Als Erbe haben Sie die Mög­lich­keit, Ihren Erb­teil an einen Mit­er­ben oder einen Drit­ten abzu­tre­ten bzw. zu ver­kau­fen. Die Zustim­mung der ande­ren Mit­er­ben ist dazu nicht erfor­der­lich. Sie kön­nen Ihren gesam­ten Anspruch über­tra­gen oder bloss eine Quo­te davon. Ein­zel­ne Gegen­stän­de aus der Erb­schaft kön­nen nicht über­tra­gen wer­den. Wol­len Sie Ihren Erb­teil ver­äus­sern, müs­sen Sie einen Ver­äus­se­rungs­ver­trag abschlies­sen. Die­ser Ver­trag muss zwin­gend in schrift­li­cher Form aus­ge­fer­tigt wer­den. Über­tra­gen Sie Ihren Erb­teil an einen Drit­ten, so blei­ben Sie wei­ter­hin Teil der Erben­ge­mein­schaft mit all den damit ver­bun­den Rech­ten und Pflich­ten. Der Drit­te erwirbt bloss das Tei­lungs­er­geb­nis der Erb­tei­lung. Er wird nicht Mit­glied der Erben­ge­mein­schaft und hat bei der Erb­tei­lung kein Mit­spra­che­recht. Indem Sie Ihren Erb­teil auf Ihre Schwe­ster über­tra­gen haben, wel­che eine Mit­er­bin ist, sind Sie aus der Erben­ge­mein­schaft aus­ge­schie­den. Trotz des Aus­schei­dens aus der Erben­ge­mein­schaft haf­ten Sie aber im Aus­sen­ver­hält­nis noch wei­ter­hin wäh­rend fünf Jah­ren für Erb­schafts­schul­den des Erb­las­sers. Der Gläu­bi­ger kann Sie daher noch immer für Schul­den aus der Erb­schaft belan­gen. Eine Aus­nah­me wür­de nur dann gel­ten, wenn der Erb­schafts­gläu­bi­ger der Abtre­tung des Erb­teils zuge­stimmt hat.

Glänzen Sie mit nützlichem Alltagswissen 

Wir senden Ihnen verständliche Antworten auf die beliebtesten Alltagsfragen kostenlos und direkt in Ihr Postfach. Der Versand erfolgt 2- bis 3-mal jährlich.

Hätten Sie es gewusst?

Verlorene Erbschaft?

Fra­ge: Als ich mei­nen Mann gehei­ra­tet habe, befand er sich noch im Stu­di­um und hat­te kaum Ein­kom­men. Ich hin­ge­gen hat­te rund 50’000.00 Fran­ken ange­spart. Die­ses Geld wur­de im Lau­fe der Ehe für unse­ren Unter­halt ver­braucht. Heu­te ver­dient mein Mann sehr gut. Da unse­re Ehe zwi­schen­zeit­lich geschei­tert ist, befin­den wir uns in Schei­dungs­ver­hand­lun­gen. Muss mein Mann mir nichts zurück­zah­len? Ant­wort: Doch.

Weiterlesen »

Vertrauensschutz bei falscher Auskunft?

Fra­ge: Wegen eines Ver­kehrs­de­likts habe ich einen Straf­be­fehl erhal­ten. Glei­chen­tags erhielt ich auch eine Auf­for­de­rung des Stras­sen­ver­kehrs­am­tes, mich zum Vor­fall zu äus­sern. Nach­dem mir der Staats­an­walt gesagt hat, dass ich kei­nen Füh­rer­aus­weis­ent­zug fürch­ten muss, habe ich dem Stras­sen­ver­kehrs­amt nicht zurück­ge­schrie­ben. Nun habe ich eine Ver­fü­gung erhal­ten, mit der mir der Aus­weis für einen Monat ent­zo­gen wird. Mei­nes Erach­tens ver­stösst es

Weiterlesen »
Nach oben scrollen
Cornel Wehrli Rechtsanwalt

Cornel Wehrli, Rechtsanwalt

Cornel ist mit Priska verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er wohnt in Frick. Als Mitglied des internationalen Serviceclubs Kiwanis gilt sein soziales Engagement den Kindern. In seiner Freizeit geniesst er seine Freiheit auf dem Motarrad oder unter dem Gleitschirm. Wenn Cornel kein Anwalt geworden wäre, würde er sein Geld als Gleitschirm-Testpilot verdienen.

Mein Leitsatz:

«Gesetzeskenntnis allein genügt nicht. Es gilt immer den Menschen mit seinen Sorgen und Wünschen zu erkennen, um gemeinsam den Erfolg anzustreben.»

Haben Sie gewusst?

Cornel hält den Wecker für eine der dümmsten Erfindungen der Menschheit.