Hätten Sie es gewusst?

Eine teure Begegnung

Fra­ge: Als ich auf einer Quar­tier­stras­se unter­wegs war, ist mir ein Hund direkt vor das Auto gelau­fen. Er sprang zwi­schen zwei gepark­ten Autos her­vor und ich konn­te nicht mehr recht­zei­tig brem­sen. Der Hund wur­de ver­letzt und an mei­nem Auto ent­stand ein Blech­scha­den. Nun will der Hun­de­hal­ter, dass ich die Tier­arzt­rech­nung über­neh­me, obwohl ich schuld­los bin. Muss ich die Rech­nung tat­säch­lich bezahlen?

Ant­wort: Ja, aber Sie müs­sen nicht die gan­ze Rech­nung bezah­len. Als Motor­fahr­zeug­len­ker sowie als Tier­hal­ter unter­ste­hen Sie der Kau­sal­haf­tung. Das bedeu­tet, dass Sie auch scha­den­er­satz­pflich­tig sind, wenn Sie kein Ver­schul­den am Unfall trifft. Bei einer Kol­li­si­on zwi­schen Tier und Auto haf­ten sowohl Auto­fah­rer als auch Tier­hal­ter zu einem bestimm­ten Teil. Das Auto­fah­ren ist mit grös­se­ren Gefah­ren ver­bun­den und unter­liegt daher einer stren­ge­ren Kau­sal­haf­tung. Sie haben des­halb als Auto­fah­rer den grös­se­ren Teil der Tier­arzt­rech­nung zu tra­gen. Trifft weder den Tier­hal­ter noch den Auto­len­ker ein Ver­schul­den, hat der Auto­len­ker in der Regel zwei Drit­tel der Rech­nung zu über­neh­men. Kön­nen Sie bewei­sen, dass der Hun­de­hal­ter den Unfall mit­ver­ur­sacht hat, wird Ihr Haf­tungs­an­teil ent­spre­chend redu­ziert. Dies wäre zum Bei­spiel der Fall, wenn der Hund unbe­auf­sich­tigt war. Umge­kehrt müs­sen Sie einen grös­se­ren Teil über­neh­men, wenn Ihnen als Auto­fah­rer ein Ver­schul­den nach­ge­wie­sen wer­den kann. Der Hun­de­hal­ter kann die Kosten direkt bei Ihrer Auto­haft­pflicht­ver­si­che­rung ein­for­dern. Für den Scha­den an Ihrem Auto muss der Hun­de­hal­ter bzw. sei­ne Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung auf­kom­men. Da die Tier­hal­ter­haf­tung weni­ger streng ist, erhal­ten Sie bloss rund einen Drit­tel des Scha­dens erstat­tet. Haben Sie eine Teil­kas­ko­ver­si­che­rung, wird die­se unter Umstän­den den unge­deck­ten Teil des Scha­dens am Auto übernehmen.

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Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

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