Hätten Sie es gewusst?

Ein hartnäckiger Zuspätkommer

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­nes Unter­neh­men mit rund 30 Mit­ar­bei­tern. Einer mei­ner Arbei­ter erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Mir reicht es nun und ich möch­te ihn so schnell als mög­lich los­wer­den. Ist eine frist­lo­se Kün­di­gung gerechtfertigt?

Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Das ist dann gege­ben, wenn eine Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses bis zum ordent­li­chen Kün­di­gungs­ter­min nicht mehr zumut­bar ist. Ob das der Fall ist, muss immer im Ein­zel­fall beur­teilt wer­den. Grün­de für eine frist­lo­se Ent­las­sung sind etwa Dieb­stahl, Tät­lich­kei­ten, mas­si­ve Beschimp­fun­gen oder die Kon­kur­ren­zie­rung des Arbeit­ge­bers. Kein aus­rei­chen­der Grund ist eine schlech­te Arbeits­lei­stung oder feh­len­des Enga­ge­ment am Arbeits­platz. Wich­tig ist, dass die frist­lo­se Kün­di­gung unver­züg­lich aus­ge­spro­chen wird. Sie kann jeder­zeit aus­ge­spro­chen wer­den, auch wäh­rend der Pro­be­zeit, im befri­ste­ten oder gekün­dig­ten Arbeits­ver­hält­nis und wäh­rend der Sperr­fri­sten bei Krank­heit, Mut­ter­schaft oder Mili­tär­dienst. In Ihrem Fall reicht das wie­der­hol­te Zuspät­kom­men des Ange­stell­ten nicht aus, um ihn frist­los zu ent­las­sen. Es müss­te sich um ein regel­mäs­si­ges Zuspät­kom­men han­deln, wel­ches trotz einer Ver­war­nung von Ihnen wei­ter andau­ert. Kün­di­gen Sie Ihrem Ange­stell­ten den­noch frist­los, ist das Arbeits­ver­hält­nis per sofort been­det. Ihr Mit­ar­bei­ter kann sich aber weh­ren und vor Gericht wegen unge­recht­fer­tig­ter frist­lo­ser Kün­di­gung kla­gen. Sie müs­sen dann damit rech­nen, dass Sie den Lohn bezah­len müs­sen, wel­cher bis zum Ende der ordent­li­chen Kün­di­gungs­frist ange­fal­len wäre. Zudem droht zusätz­lich eine Ent­schä­di­gung von bis zu sechs Monats­löh­nen. Eine frist­lo­se Kün­di­gung soll­te daher nie unbe­dacht aus­ge­spro­chen wer­den. Denn ist sie ein­mal aus­ge­spro­chen, kann sie nicht nach­träg­lich in eine ordent­li­che Kün­di­gung umge­wan­delt werden.

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Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

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