Hätten Sie es gewusst?

Doppelter Lohn, doppelte Freude?

Fra­ge: Als ich mei­ne Kon­to­aus­zü­ge letz­ten Monat kon­trol­lier­te, war mir auf­ge­fal­len, dass mir mein Chef im Dezem­ber den dop­pel­ten Lohn über­wie­sen hat­te. Ich habe mich rie­sig gefreut und habe zur Fei­er mit dem Geld mei­ne gan­ze Fami­lie schick in ein Restau­rant ein­ge­la­den. Nach Neu­jahr erhielt ich jetzt von mei­nem Chef ein E‑Mail, indem er mir mit­tei­le, dass ihm ein Feh­ler unter­lau­fen sei bei der Lohn­über­wei­sung und er den zu viel aus­be­zahl­ten Lohn zurück­for­de­re. Muss ich das Geld zurück­zah­len, obwohl ich es bereits aus­ge­ge­ben habe?

Ant­wort: Ja. Zwi­schen Ihnen und Ihrem Chef besteht kei­ne ver­trag­li­che Abre­de bezüg­lich einer Rück­for­de­rung von Lohn. Der Rück­for­de­rungs­an­spruch Ihres Chefs über den zu viel aus­be­zahl­ten Lohn ergibt sich somit aus unge­recht­fer­tig­ter Berei­che­rung. Grund­sätz­lich gilt, dass bei einer unge­recht­fer­tig­ten Berei­che­rung bloss der­je­ni­ge Betrag zurück­be­zahlt wer­den muss, den man im Zeit­punkt der Rück­for­de­rung noch besitzt. Durch die zwei­fa­che Über­wei­sung Ihres Loh­nes sind Sie unge­recht­fer­tigt berei­chert wor­den. In Ihrem Arbeits­ver­trag wur­de ein fixer Monats­lohn ver­ein­bart. Auch haben Sie kei­ne zusätz­li­chen Arbei­ten ver­rich­tet, die den dop­pel­ten Lohn recht­fer­ti­gen wür­den. Sie hät­ten erken­nen müs­sen, dass Ihrem Chef bei der Lohn­aus­zah­lung ein Feh­ler unter­lau­fen ist. Wie Sie selbst sagen, waren Sie sich sogar bewusst, dass Ihnen das Geld nicht zusteht. Sofern ein Berei­cher­ter das Geld nicht im guten Glau­ben aus­gibt oder mit des­sen Rück­erstat­tung rech­nen muss, kann von ihm auch dann der gesam­te Betrag zurück­ge­for­dert wer­den, wenn er nur noch einen Teil davon besitzt. Ihr Chef kann somit die gesam­te Sum­me des zu viel aus­be­zahl­ten Loh­nes von Ihnen zurück­for­dern. Wenn Sie den Betrag nicht zurück­zah­len wol­len oder nicht mehr kön­nen, lau­fen Sie Gefahr, dass Ihr Chef Sie betrei­ben wird.

Wir sorgen für anregende Diskussionen bei Ihrem nächsten Dinner

Erhalten Sie die spannendsten Alltagsfragen direkt in Ihr Postfach. Der Versand erfolgt 2- bis 3-mal jährlich.

Und rätseln Sie direkt mit bei unseren neuesten Leserfragen

Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

Weiterlesen »

Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

Weiterlesen »
Scroll to Top