Hätten Sie es gewusst?

Der ungebetene Gast

Fra­ge: Mein Ver­mie­ter will in mei­ne Woh­nung, um die­se zu besich­ti­gen. Angeb­lich will er sich über den Zustand der Woh­nung infor­mie­ren. Er mein­te, das Haus gehö­re ja schliess­lich immer noch ihm und somit habe er auch das Recht, die Woh­nung zu betre­ten. Stimmt das wirklich?

Ant­wort: Ja. Wäh­rend des Miet­ver­hält­nis­ses ver­liert der Ver­mie­ter zwar das Gebrauchs­recht an der Woh­nung. Er ist aber berech­tigt, die Woh­nung zu betre­ten, wenn dies für deren Unter­halt not­wen­dig ist. Er muss nicht war­ten, bis ein Man­gel an der Woh­nung auf­tritt, er kann den Zustand der Woh­nung auch peri­odisch über­prü­fen. So kann er bei­spiels­wei­se ein Mal pro Jahr die Wän­de Ihrer Woh­nung auf Feuch­tig­keits­schä­den über­prü­fen. Sie sind somit ver­pflich­tet, Ihren Ver­mie­ter in Ihre Woh­nung las­sen, um deren Zustand zu über­prü­fen. Dabei kann der Ver­mie­ter aber nicht ein­fach unan­ge­kün­digt auf­tau­chen und ver­lan­gen, dass Sie ihn in die Woh­nung las­sen. Er hat die Pflicht, auf Ihre Inter­es­sen Rück­sicht zu neh­men. Das bedeu­tet, dass er eine Besich­ti­gung recht­zei­tig ankün­di­gen muss. In der Regel geschieht dies min­de­stens 24 bis 48 Stun­den im Vor­aus. Passt Ihnen der ange­kün­dig­te Ter­min aus trif­ti­gen Grün­den nicht, kön­nen Sie den Zutritt ver­wei­gern. Ver­wei­gern Sie den Zutritt jedoch zu Unrecht, kön­nen Sie dem Ver­mie­ter gegen­über scha­den­er­satz­pflich­tig wer­den. So etwa, wenn Hand­wer­ker unver­rich­te­ter Din­ge weg­ge­schickt wer­den müs­sen. Ver­schafft sich der Ver­mie­ter trotz Ihrer feh­len­den Zustim­mung Zugang zur Woh­nung, macht er sich des Haus­frie­dens­bruchs schul­dig. Ein Recht, einen Schlüs­sel zur Woh­nung zu behal­ten, um im Not­fall in die Woh­nung gelan­gen zu kön­nen, hat der Ver­mie­ter nicht. Denn in sol­chen Situa­tio­nen kann sich die Feu­er­wehr oder die Poli­zei auch ohne einen Schlüs­sel Zutritt zur Woh­nung verschaffen.

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Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

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