Hätten Sie es gewusst?

Darf mich mein Chef überwachen?

Fra­ge: Ich sur­fe ab und zu wäh­rend der Arbeits­zeit im Inter­net oder beant­wor­te pri­va­te Mails. Letzt­hin hat mich mein Chef dabei ertappt. Ich befürch­te jetzt, dass er mich über­wa­chen lässt. Darf er das?

Ant­wort: Ja. Das Arbeits­ge­setz ver­bie­tet es zwar, Mit­ar­bei­ter per­ma­nent und ohne kon­kre­ten Grund zu über­wa­chen. Jedoch ist es dem Arbeit­ge­ber erlaubt, gele­gent­lich die Akti­vi­tä­ten sei­ner Ange­stell­ten im Inter­net zu über­prü­fen. Er muss zuvor über die Über­wa­chung infor­mie­ren. Glei­che gilt bei der Video­über­wa­chung. Wer­den Ange­stell­te unan­ge­kün­digt oder gar heim­lich gefilmt, liegt eine schwe­re Per­sön­lich­keits­ver­let­zung vor. Der Arbeit­ge­ber muss dar­über infor­mie­ren, wie und in wel­chen Berei­chen gefilmt wird. Erlaubt ist die Über­wa­chung, um Dieb­stahl oder Über­fäl­le zu ver­hin­dern. Nicht erlaubt ist es, das Ver­hal­ten der Ange­stell­ten zu über­wa­chen. Kame­ras müs­sen daher so platz­iert sein, dass Per­so­nen nur aus­nahms­wei­se zu sehen sind. Auf­nah­men im Pau­sen­raum sind grund­sätz­lich unzu­läs­sig. Eben­falls unzu­läs­sig ist nor­ma­ler­wei­se die Über­wa­chung durch Ortungs­sy­ste­me wie GPS. Gerecht­fer­tigt kann die Ortung jedoch sein, wenn es um die Sicher­heit der Ange­stell­ten geht. So etwa, wenn gefähr­li­che Situa­tio­nen ent­ste­hen kön­nen und es für ein schnel­les Ein­schrei­ten wich­tig ist, den Stand­ort des Arbeit­neh­mers zu kennt. Ihr Chef kann Ihnen nicht jeg­li­ches pri­va­te Sur­fen ver­bie­ten. Er kann die pri­va­te Nut­zung jedoch regle­men­tie­ren — oder in Not­fäl­len ganz ver­bie­ten. Das bedeu­tet kei­nen Frei­pass für Arbeit­neh­mer. Auch wenn es kein Gesetz gibt, wel­ches das pri­va­te Sur­fen am Arbeits­platz ver­bie­tet, gilt der Grund­satz, dass Sie als Arbeit­neh­mer die Arbeits­zeit im Inter­es­se Ihres Arbeit­ge­bers zu ver­brin­gen haben. Soll­te Sie wäh­rend eines mass­geb­li­chen Teils Ihrer Arbeits­zeit pri­va­te Din­ge erle­di­gen, kann Ihnen die Ent­las­sung drohen.

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Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

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