Hätten Sie es gewusst?

Darf mich der Chef heimschicken?

Fra­ge: Ich bin als Ver­käu­fe­rin im Stun­den­lohn ange­stellt. Die Arbeits­zei­ten wer­den jeweils in einem Dienst­plan ein­ge­tra­gen. Letz­te Woche hat mich mein Chef an einem Tag zwei Stun­den frü­her nach Hau­se geschickt. Er mein­te, es wären genü­gend ande­re Mit­ar­bei­ter im Laden und ich wer­de nicht mehr gebraucht. Gestern mein­te er dann zu mir, ich müs­se die zwei Stun­den nach­ar­bei­ten, die ich frü­her gegan­gen bin. Stimmt das?

Ant­wort: Nein. Ihr Arbeit­ge­ber befin­det sich im soge­nann­ten Annah­me­ver­zug. Das bedeu­tet, Sie als Arbeit­neh­mer kön­nen Ihre Arbeit auf­grund eines Ver­schul­dens Ihres Arbeit­ge­bers nicht ver­rich­ten. Das kann sein, weil der Arbeit­ge­ber es unter­lässt, die nöti­gen Mate­ria­li­en bereit­zu­stel­len, damit der Arbeit­neh­mer sei­ne Arbeit ver­rich­ten kann. Wei­te­re Grün­de kön­nen eine Betriebs­stö­rung oder eine schlech­te Auf­trags­la­ge sein. Befin­det sich der Arbeit­ge­ber in einem sol­chen Annah­me­ver­zug, muss er den vol­len Lohn bezah­len, auch wenn der Arbeit­neh­mer für die­se Zeit kei­ne Arbeit lei­stet. Die Arbeits­zeit muss auch nicht nach­ge­holt wer­den. Denn der Arbeit­neh­mer schul­det dem Arbeit­ge­ber nur das «Zur­ver­fü­gung­stel­len» sei­ner Arbeits­kraft. Wich­tig ist, damit Sie als Arbeit­neh­mer einen Lohn­an­spruch haben, dass Sie in einer sol­chen Situa­ti­on Ihre Arbeits­kraft aus­drück­lich anbie­ten. Sie waren an dem Tag für die Schicht bis zum Laden­schluss im Dienst­plan ein­ge­tra­gen. Indem Sie Ihr Chef nach Hau­se geschickt hat, hat er die von Ihnen ange­bo­te­ne Arbeits­lei­stung nicht ange­nom­men. Dass es zu wenig Arbeit im Laden hat­te, fällt unter das Betriebs­ri­si­ko Ihres Arbeit­ge­bers. Sie müs­sen die Stun­den daher nicht nach­ar­bei­ten und haben auch Anspruch auf den Lohn für die zwei Stun­den. Anders wäre es, wenn Sie auf­grund einer Auto­pan­ne oder Zug­aus­falls zu spät zur Arbeit kom­men. Dann müss­ten Sie die aus­ge­fal­le­ne Zeit nach­ar­bei­ten oder einen Lohn­ab­zug akzeptieren.

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Hätten Sie es gewusst?

Wenn mich der Dieb verklagt

Fra­ge: Als ich nach dem Ein­kau­fen aus dem Super­markt kam, sah ich, wie sich ein Mann an mei­nem Fahr­rad zu schaf­fen mach­te. Er hat­te das Schloss auf­ge­bro­chen und mach­te sich gera­de dar­an, mit dem Fahr­rad davon zu fah­ren. Ich rann­te ihm hin­ter­her, pack­te ihn an der Jacke und habe ihn vom Velo geris­sen. Nun erhielt ich in der Post ein Schrei­ben des Gerichts, dass ich

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Wenn die Bank alles wissen will

Fra­ge: Ich bin bereits seit meh­re­ren Jah­ren Kun­de bei mei­ner Bank. Vor eini­gen Tagen erhielt ich einen Anruf von mei­nem Kun­den­be­ra­ter. Er mein­te, es habe in letz­ter Zeit unge­wöhn­li­che Bewe­gun­gen auf mei­nem Kon­to gege­ben und er woll­te nach­fra­gen, zu wel­chem Zweck die­se Zah­lun­gen getä­tigt wor­den sei­en. Ich bin aber der Mei­nung, das gehe die Bank nichts an. Muss ich Aus­kunft über mei­ne Zah­lun­gen geben? Ant­wort: Ja.

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