Hätten Sie es gewusst?

Bin ich der Vater?

Fra­ge: Ich lebe seit über 2 Jah­ren getrennt von mei­ner Ehe­frau. Die­se hat seit län­ge­rer Zeit einen neu­en Freund. Mit die­sem hat Sie jetzt ein Kind bekom­men. Ist es rich­tig, dass nicht ich als Vater gel­te, son­dern der neue Freund mei­ner Frau, da ich ja schliess­lich getrennt von mei­ner Frau lebe?

Ant­wort: Nein. Nach Gesetz gilt der Ehe­mann als Vater, wenn das Kind wäh­rend der Ehe gebo­ren wird. Es spielt dabei kei­ne Rol­le, ob die Ehe erst weni­ge Tage vor der Geburt geschlos­sen wur­de oder dass jedem klar ist, dass der Ehe­mann nicht der leib­li­che Vater ist. Sie leben bloss in Tren­nung mit Ihrer Frau. Ihre Ehe ist noch gül­tig und somit gel­ten Sie als Vater des Kin­des. Als Ehe­mann haben Sie aller­dings die Mög­lich­keit, die gesetz­li­che Ver­mu­tung beim Gericht anzu­fech­ten. Da das Kind gezeugt wur­de, als der gemein­sa­me Haus­halt mit Ihrer Frau bereits auf­ge­löst war, müs­sen Sie die Anfech­tung nicht wei­ter begrün­den. Sie müs­sen die Vater­schaft jedoch inner­halb eines Jah­res anfech­ten, nach­dem Sie Kennt­nis von der Geburt und dem Umstand erhal­ten haben, dass Sie nicht der Vater sind. Spä­te­stens fünf Jah­ren nach der Geburt ist eine Anfech­tung nicht mehr mög­lich, aus­ser es lie­gen wich­ti­ge Grün­de für die Ver­spä­tung vor. Aus­ser Ihnen und dem Kind kann nie­mand die Vater­schaft anfech­ten, auch nicht die Mut­ter oder der leib­li­che Vater. Vom Kind kann die Vater­schaft bloss ange­foch­ten wer­den, wenn der gemein­sa­me Haus­halt der Eltern auf­ge­löst wur­de und spä­te­stens bis ein Jahr nach Errei­chen der Voll­jäh­rig­keit. Wird die Kla­ge gut­ge­heis­sen, wird das Kin­des­ver­hält­nis rück­wir­kend auf den Zeit­punkt der Geburt auf­ge­löst und Sie gel­ten nicht mehr als Vater des Kin­des. Der neue Freund Ihrer Frau kann dann das Kind aner­ken­nen. Wei­gert sich die­ser, kann Ihre Frau inner­halb eines Jahrs eine Kla­ge auf Aner­ken­nung der Vater­schaft erheben.

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Hätten Sie es gewusst?

Wenn mich der Dieb verklagt

Fra­ge: Als ich nach dem Ein­kau­fen aus dem Super­markt kam, sah ich, wie sich ein Mann an mei­nem Fahr­rad zu schaf­fen mach­te. Er hat­te das Schloss auf­ge­bro­chen und mach­te sich gera­de dar­an, mit dem Fahr­rad davon zu fah­ren. Ich rann­te ihm hin­ter­her, pack­te ihn an der Jacke und habe ihn vom Velo geris­sen. Nun erhielt ich in der Post ein Schrei­ben des Gerichts, dass ich

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Wenn die Bank alles wissen will

Fra­ge: Ich bin bereits seit meh­re­ren Jah­ren Kun­de bei mei­ner Bank. Vor eini­gen Tagen erhielt ich einen Anruf von mei­nem Kun­den­be­ra­ter. Er mein­te, es habe in letz­ter Zeit unge­wöhn­li­che Bewe­gun­gen auf mei­nem Kon­to gege­ben und er woll­te nach­fra­gen, zu wel­chem Zweck die­se Zah­lun­gen getä­tigt wor­den sei­en. Ich bin aber der Mei­nung, das gehe die Bank nichts an. Muss ich Aus­kunft über mei­ne Zah­lun­gen geben? Ant­wort: Ja.

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