Frage der Woche

Bezahlte Pausen?

Fra­ge: Ich arbei­te als Büro­an­ge­stell­ter in einer gros­sen Fir­ma. Mein Arbeit­ge­ber hat mir vor­ge­schrie­ben, dass ich mei­ne Pau­sen im fir­men­ei­ge­nen Pau­sen­raum ver­brin­gen muss. Auf mei­ner Lohn­ab­rech­nung habe ich jetzt aber gese­hen, dass er mir die Pau­sen von mei­ner Arbeits­zeit abge­zo­gen hat. Darf er mir die Pau­sen abzie­hen, obwohl ich die gan­ze Zeit in der Fir­ma blei­ben muss?

Ant­wort: Ja. Der Gesetz­ge­ber schreibt vor, dass die Arbeit ab einer gewis­sen täg­li­chen Arbeits­zeit durch Pau­sen zu unter­bre­chen ist. Wenn die täg­li­che Arbeits­zeit mehr als 5,5 Stun­den beträgt, muss die Arbeit mit einer Pau­se von min­de­stens 15 Minu­ten unter­bro­chen wer­den. Beträgt die Arbeits­zeit mehr als 7 Stun­den, hat die Pau­se 30 Minu­ten zu dau­ern, bei mehr als 9 Stun­den sind 60 Minu­ten Pau­se ein­zu­le­gen. Dau­ert eine Unter­bre­chung län­ger als 30 Minu­ten, kann die­se auch auf­ge­teilt wer­den. Als Pau­se gilt die Zeit, in der Sie sich ver­pfle­gen und erho­len kön­nen. Sie zählt nicht als Arbeits­zeit und muss daher auch nicht ver­gü­tet wer­den. Als Arbeits­zeit gilt sie, wenn der Arbeit­neh­mer sei­nen Arbeits­platz nicht ver­las­sen darf. Der Arbeits­platz ist jeder Ort im Betrieb oder aus­ser­halb des Betriebs, wo der Arbeit­neh­men­de sei­ne gewöhn­li­che Arbeit aus­übt. Wenn Sie Ihren Schreib­tisch ver­las­sen, um Ihre Pau­se im Pau­sen­raum zu ver­brin­gen, ver­las­sen Sie Ihren Arbeits­platz. Es spielt dabei kei­ne Rol­le, dass sich der Pau­sen­raum im sel­ben Gebäu­de wie Ihr Arbeits­platz befin­det. Er ist spe­zi­ell dafür vor­ge­se­hen, sich zu erho­len und sich zu ver­pfle­gen, nicht um zu arbei­ten. Es ist auch nicht zwin­gend, dass Sie das Betriebs­ge­län­de wäh­rend Ihren Pau­sen ver­las­sen kön­nen. Ihr Arbeit­ge­ber kann Ihnen daher die Pau­sen abzie­hen, da sie nicht zur Arbeits­zeit zäh­len und somit nicht ver­gü­tet wer­den müssen.

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Hätten Sie es gewusst?

Verlorene Erbschaft?

Fra­ge: Als ich mei­nen Mann gehei­ra­tet habe, befand er sich noch im Stu­di­um und hat­te kaum Ein­kom­men. Ich hin­ge­gen hat­te rund 50’000.00 Fran­ken ange­spart. Die­ses Geld wur­de im Lau­fe der Ehe für unse­ren Unter­halt ver­braucht. Heu­te ver­dient mein Mann sehr gut. Da unse­re Ehe zwi­schen­zeit­lich geschei­tert ist, befin­den wir uns in Schei­dungs­ver­hand­lun­gen. Muss mein Mann mir nichts zurück­zah­len? Ant­wort: Doch.

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Vertrauensschutz bei falscher Auskunft?

Fra­ge: Wegen eines Ver­kehrs­de­likts habe ich einen Straf­be­fehl erhal­ten. Glei­chen­tags erhielt ich auch eine Auf­for­de­rung des Stras­sen­ver­kehrs­am­tes, mich zum Vor­fall zu äus­sern. Nach­dem mir der Staats­an­walt gesagt hat, dass ich kei­nen Füh­rer­aus­weis­ent­zug fürch­ten muss, habe ich dem Stras­sen­ver­kehrs­amt nicht zurück­ge­schrie­ben. Nun habe ich eine Ver­fü­gung erhal­ten, mit der mir der Aus­weis für einen Monat ent­zo­gen wird. Mei­nes Erach­tens ver­stösst es

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Cornel Wehrli Rechtsanwalt

Cornel Wehrli, Rechtsanwalt

Cornel ist mit Priska verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er wohnt in Frick. Als Mitglied des internationalen Serviceclubs Kiwanis gilt sein soziales Engagement den Kindern. In seiner Freizeit geniesst er seine Freiheit auf dem Motarrad oder unter dem Gleitschirm. Wenn Cornel kein Anwalt geworden wäre, würde er sein Geld als Gleitschirm-Testpilot verdienen.

Mein Leitsatz:

«Gesetzeskenntnis allein genügt nicht. Es gilt immer den Menschen mit seinen Sorgen und Wünschen zu erkennen, um gemeinsam den Erfolg anzustreben.»

Haben Sie gewusst?

Cornel hält den Wecker für eine der dümmsten Erfindungen der Menschheit.