Frage der Woche

Bezahlen auch ohne Garantie?

Fra­ge: Ich habe vor rund drei Mona­ten mein Auto im Inter­net ver­kauft. Es war ein neue­res Auto, das ich erst vor gut 2 Jah­ren gekauft hat­te. Über bestehen­de Män­gel am Auto habe ich den Käu­fer bei der Besich­ti­gung infor­miert. Jetzt hat sich der Käu­fer bei mir gemel­det und bemän­gelt, dass die Len­kung am Auto kaputt sei. Er mein­te, ich als Ver­käu­fer müs­se ihm die­se erset­zen. Im Kauf­ver­trag steht aber nichts über eine Garan­tie. Muss ich die Rech­nung für die Repa­ra­tur der Len­kung den­noch bezahlen?

Ant­wort: Ja. Sofern im Kauf­ver­trag nichts gere­gelt ist, haf­ten Sie als Ver­käu­fer dem Käu­fer für Män­gel am Kauf­ob­jekt. Ist im Ver­trag nichts gere­gelt, beträgt die Garan­tie zwei Jah­re, beim Grund­stück­kauf fünf Jah­re. Sie haf­ten auch dann, wenn Män­gel auf­tre­ten, von denen Sie bei Ver­trags­ab­schluss nichts gewusst haben. Von der Haf­tung aus­ge­nom­men sind aller­dings offen­sicht­li­che Män­gel. Dies sind Män­gel, wel­che der Käu­fer bei ent­spre­chen­der Auf­merk­sam­keit hät­te erken­nen kön­nen. Als Ver­käu­fer haben Sie die Mög­lich­keit, die Garan­tie­an­sprü­che des Käu­fers im Kauf­ver­trag zu beschrän­ken oder aber ganz aus­zu­schlies­sen. In die­sem Fall haf­ten Sie dem Käu­fer gegen­über nur für Män­gel, die Sie ihm gegen­über arg­li­stig ver­schwie­gen haben. Das wäre der Fall, wenn Sie Fra­gen absicht­lich falsch beant­wor­tet haben, Män­gel bewusst ver­schwie­gen oder den Käu­fer nicht auf sol­che hin­ge­wie­sen haben. Da Sie die Garan­tie im Kauf­ver­trag nicht aus­ge­schlos­sen haben, haf­ten Sie somit dem Käu­fer wäh­rend zwei Jah­ren für all­fäl­li­ge Män­gel. Beim Kauf eines Gebraucht­wa­gens hat der Käu­fer zwar mit Abnut­zungs­er­schei­nun­gen und einer höhe­ren Repa­ra­tur­an­fäl­lig­keit zu rech­nen. Der Defekt an der Len­kung Ihres zwei­jäh­ri­gen Fahr­zeugs stellt aber kei­ne sol­che nor­ma­le Abnut­zungs­er­schei­nung dar. Sie müs­sen daher für die Repa­ra­tur­ko­sten aufkommen.

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Hätten Sie es gewusst?

Aus der Ferientraum-Falle

Fra­ge: Wegen einer Ehe­kri­se möch­te ich das für die Herbst­fe­ri­en gebuch­te Feri­en­häus­chen in Aro­sa nicht mehr nut­zen. Die ver­trag­li­che Rück­tritts­frist von 60 Tagen ist lei­der abge­lau­fen. Kom­me ich trotz­dem aus dem Miet­ver­trag her­aus, die Ehe­kri­se ist doch ein gewich­ti­ger Grund?

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Schlechtes Zeugnis – was steht mir zu?

Fra­ge: Im August bat ich mei­nen ehe­ma­li­gen Chef um ein Arbeits­zeug­nis – es spielt eine wich­ti­ge Rol­le bei mei­ner Stel­len­su­che. Was ich erhielt, war eine blos­se Auf­li­stung mei­ner Stel­le und Anstel­lungs­dau­er, kein Wort über mei­ne Lei­stun­gen. Auf wei­te­re Bit­ten reagiert er nicht. Muss ich die­se «Auf­stel­lung» akzeptieren?

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Cornel Wehrli Rechtsanwalt

Cornel Wehrli, Rechtsanwalt

Cornel ist mit Priska verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er wohnt in Frick. Als Mitglied des internationalen Serviceclubs Kiwanis gilt sein soziales Engagement den Kindern. In seiner Freizeit geniesst er seine Freiheit auf dem Motarrad oder unter dem Gleitschirm. Wenn Cornel kein Anwalt geworden wäre, würde er sein Geld als Gleitschirm-Testpilot verdienen.

Mein Leitsatz:

«Gesetzeskenntnis allein genügt nicht. Es gilt immer den Menschen mit seinen Sorgen und Wünschen zu erkennen, um gemeinsam den Erfolg anzustreben.»

Haben Sie gewusst?

Cornel hält den Wecker für eine der dümmsten Erfindungen der Menschheit.