Hätten Sie es gewusst?

Betreibung stoppen

Fra­ge: Ich habe einem Bekann­ten Geld gelie­hen, wel­ches ich von ihm zurück­ha­ben woll­te. Er wei­ger­te sich jedoch, wor­auf ich eine Betrei­bung gegen ihn ein­ge­lei­tet habe. Das Betrei­bungs­amt teil­te mir jetzt mit, dass Rechts­vor­schlag erho­ben wur­de und die Betrei­bung dadurch gestoppt ist. Kann mein Bekann­ter die Betrei­bung stop­pen, obwohl er mir das Geld schuldet?

Ant­wort: Ja. In der Schweiz kann jeder von jedem betrie­ben wer­den. Es genügt, wenn beim zustän­di­gen Betrei­bungs­amt ein Betrei­bungs­be­geh­ren ein­ge­reicht wird. Das Amt stellt dar­auf­hin dem angeb­li­chen Schuld­ner einen Zah­lungs­be­fehl zu. Das Betrei­bungs­amt prüft vor der Zustel­lung nicht, ob die Schuld tat­säch­lich besteht. Aus die­sem Grund hat der Betrie­be­ne die Mög­lich­keit, den Zah­lungs­be­fehl innert zehn Tagen mit­tels Rechts­vor­schlag zu bestrei­ten. Der Rechts­vor­schlag muss nicht begrün­det wer­den. Hat der Schuld­ner Rechts­vor­schlag erho­ben, ist die Betrei­bung erst ein­mal gestoppt. Damit die Betrei­bung fort­ge­setzt wird, muss der Gläu­bi­ger den Rechts­vor­schlag besei­ti­gen. Wel­che Mög­lich­keit Sie dabei haben, hängt davon ab, ob Sie ein schrift­li­ches Doku­ment (Schuld­an­er­ken­nung oder Urteil) haben, wel­ches Ihre For­de­rung beweist. Haben Sie kein sol­ches Doku­ment, müs­sen Sie den Rechts­vor­schlag mit einer nor­ma­len Kla­ge im Zivil­pro­zess besei­ti­gen las­sen. Besit­zen Sie hin­ge­gen ein ent­spre­chen­des Doku­ment, kön­nen Sie den Rechts­vor­schlag in einem ver­ein­fach­ten Ver­fah­ren, dem soge­nann­ten Rechts­öff­nungs­ver­fah­ren, besei­ti­gen. Da Sie einen schrift­li­chen Dar­lehns­ver­trag besit­zen, kön­nen Sie die­sen im Rechts­öff­nungs­ver­fah­ren dem Rich­ter vor­le­gen. Kann Ihr Bekann­ter dem Rich­ter nicht glaub­haft machen, dass er das Geld nicht schul­det, wird der Rich­ter die Rechts­öff­nung ertei­len. Sie kön­nen anschlies­send die Betrei­bung gegen Ihren Bekann­ten mit einem Fort­set­zungs­be­geh­ren fortsetzen.

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Hätten Sie es gewusst?

Wenn mich der Dieb verklagt

Fra­ge: Als ich nach dem Ein­kau­fen aus dem Super­markt kam, sah ich, wie sich ein Mann an mei­nem Fahr­rad zu schaf­fen mach­te. Er hat­te das Schloss auf­ge­bro­chen und mach­te sich gera­de dar­an, mit dem Fahr­rad davon zu fah­ren. Ich rann­te ihm hin­ter­her, pack­te ihn an der Jacke und habe ihn vom Velo geris­sen. Nun erhielt ich in der Post ein Schrei­ben des Gerichts, dass ich

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Wenn die Bank alles wissen will

Fra­ge: Ich bin bereits seit meh­re­ren Jah­ren Kun­de bei mei­ner Bank. Vor eini­gen Tagen erhielt ich einen Anruf von mei­nem Kun­den­be­ra­ter. Er mein­te, es habe in letz­ter Zeit unge­wöhn­li­che Bewe­gun­gen auf mei­nem Kon­to gege­ben und er woll­te nach­fra­gen, zu wel­chem Zweck die­se Zah­lun­gen getä­tigt wor­den sei­en. Ich bin aber der Mei­nung, das gehe die Bank nichts an. Muss ich Aus­kunft über mei­ne Zah­lun­gen geben? Ant­wort: Ja.

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