Hätten Sie es gewusst?

Auf Schaden sitzen geblieben?

Fra­ge: Ich war bei einer Freun­din zum gemein­sa­men Abend­essen ein­ge­la­den. Wäh­rend des Essens setz­te ich mei­ne Bril­le kurz ab. Mei­ne Freun­din bemerk­te die Bril­le nicht und stell­te die Sup­pen­schüs­sel dar­auf ab. Die Bril­le hielt dem Gewicht nicht stand und ging zu Bruch. Mei­ne Freun­din war der Mei­nung, das sei kein Pro­blem, ihre Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung wer­de den Scha­den über­neh­men und mei­ne neue Bril­le bezah­len. Die Ver­si­che­rung bezahl­te jedoch bloss einen Teil der Kosten der neu­en Bril­le. Mei­ne Freun­din will mir nun den Rest nicht bezah­len. Gemäss Aus­kunft der Ver­si­che­rung sei dies mei­ne Sache. Stimmt das?

Ant­wort: Ja. Nach Gesetz ist der­je­ni­ge scha­den­er­satz­pflich­tig, wel­cher einem ande­ren wider­recht­lich Scha­den zufügt. Sie kön­nen zwar von Ihrer Freun­din Scha­den­er­satz für die zer­bro­che­ne Bril­le ver­lan­gen, jedoch muss sie Ihnen bloss den soge­nann­ten Zeit­wert erset­zen. Grund dafür ist, dass Ihre Freun­din nur für den tat­säch­li­chen Scha­den haft­bar ist, den sie ver­ur­sacht hat. Bei rei­nen Sach­schä­den bemisst sich die­ser nach dem aktu­el­len Wert der Sache im Zeit­punkt des Scha­den­ein­tritts. Gemeint ist damit der Wert, den die Sache unter Berück­sich­ti­gung ihres Alters, ihres Gebrauchs und der Abnut­zung zum Zeit­punkt des Scha­dens hat. Da es sich bei Ihrer Bril­le um ein älte­res Model han­delt, reicht der aus­be­zahl­te Scha­den­er­satz zwar nicht, um die neue Bril­le voll­stän­dig zu bezah­len. Wäre Ihre Freun­din jedoch ver­pflich­tet, Ihnen eine neue Bril­le zu bezah­len, wären Sie dadurch berei­chert. Die neue Bril­le wäre mehr wert als der Scha­den, der Ihnen ent­stan­den ist. Da Ihnen die Haft­pflicht­ver­si­che­rung den Zeit­wert der Bril­le ersetzt hat, ist die Ange­le­gen­heit für Ihre Freun­din erle­digt. Sofern sie nicht — viel­leicht anstands­hal­ber — die Dif­fe­renz zu Ihrer neu­en Bril­le bezahlt, müs­sen Sie die Kosten sel­ber tragen.

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Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

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