Hätten Sie es gewusst?

An der Arbeitsstelle gefangen?

Fra­ge: Ich bin bei einem Unter­neh­men mit einem befri­ste­ten Arbeits­ver­trag bis Ende August ange­stellt. Jetzt habe ich ein Ange­bot für einen neu­en Job in einem ande­ren Unter­neh­men erhal­ten. Bedin­gung für den neu­en Job ist jedoch, dass ich die Stel­le bereits per 1. Juni antre­te. In mei­nem jet­zi­gen Arbeits­ver­trag steht nichts über die Kün­di­gungs­frist. Kann ich somit mei­nen bis­he­ri­gen Arbeits­ver­trag mit der ordent­li­chen Kün­di­gungs­frist auf­lö­sen, damit ich die neue Stel­le antre­ten kann?

Ant­wort: Nein. Ein befri­ste­tes Arbeits­ver­hält­nis endet auf den ver­ein­bar­ten Zeit­punkt hin. Eine Kün­di­gung muss dabei nicht aus­ge­spro­chen wer­den. Der Arbeits­ver­trag kann weder vom Arbeit­ge­ber noch vom Arbeit­neh­mer durch eine ordent­li­che Kün­di­gung vor­zei­tig been­det wer­den. Eine Aus­nah­me besteht nur dann, wenn die Mög­lich­keit der vor­zei­ti­gen Kün­di­gung im Anstel­lungs­ver­trag ver­ein­bart wur­de. Vor­be­hal­ten blei­ben aus­ser­dem wich­ti­ge Grün­de. Lie­gen sol­che für eine Kün­di­gung vor, kann das Arbeits­ver­hält­nis jeder­zeit mit einer frist­lo­sen Kün­di­gung auf­ge­löst wer­den. Wich­ti­ge Grün­de sind etwa dann gege­ben, wenn der Lohn trotz vor­gän­gi­ger Mah­nun­gen nicht aus­be­zahlt wird oder wenn der Arbeit­ge­ber sei­ne Mit­ar­bei­ter bespit­zelt, sexu­ell belä­stigt oder er es unter­lässt, aus­rei­chen­de Schutz­vor­keh­run­gen für sei­ne Ange­stell­ten zu tref­fen. Der Umstand, dass Sie ein Job­an­ge­bot haben und des­halb Ihre Stel­le kün­di­gen wol­len, stellt noch kei­nen wich­ti­gen Grund dar. Da Sie im Arbeits­ver­trag kei­ne vor­zei­ti­ge Kün­di­gung ver­ein­bart haben, müs­sen Sie abwar­ten, bis Ihr Arbeits­ver­trag endet. Ver­las­sen Sie Ihre Stel­le trotz­dem vor Ablauf des Anstel­lungs­ver­hält­nis­ses, müs­sen Sie Ihrem Arbeit­ge­ber eine Ent­schä­di­gung bezah­len. Die­se ent­spricht einem Vier­tel Ihres Monats­lohns. Zudem kann der Arbeit­ge­ber von Ihnen Scha­den­er­satz ver­lan­gen, wenn ihm durch Ihr Ver­hal­ten ein höhe­rer Scha­den ent­stan­den ist.

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Zu spät gekommen – fristlose Kündigung?

Fra­ge: Ich besit­ze ein klei­ne­res Unter­neh­men. Eine mei­ner Arbeit­neh­me­rin­nen erscheint immer wie­der zu spät zur Arbeit. Nun habe ich die Nase voll. Kann ich mei­ne Arbeit­neh­me­rin frist­los ent­las­sen? Ant­wort: Nein. Eine frist­lo­se Kün­di­gung ist nur mög­lich, wenn wich­ti­ge Grün­de vor­lie­gen. Als wich­ti­ger Grund gilt jeder Umstand, bei wel­chem dem Kün­di­gen­den nach Treu und Glau­ben die Fort­set­zung des Arbeits­ver­hält­nis­ses nicht mehr zuzu­mu­ten ist. Eine frist­lo­se Kündigung

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Schuldigkeit getan?

Fra­ge: Ich habe vor ein paar Jah­ren mit mei­nem Mann einen Klein­kre­dit auf­ge­nom­men. Den Ver­trag haben wir zusam­men als Soli­dar­schuld­ner unter­schrie­ben. Mitt­ler­wei­le leben wir getrennt und ich habe die Hälf­te des Dar­le­hens abbe­zahlt. Ich fin­de, dass mein Mann nun die zwei­te Hälf­te über­neh­men muss und habe mei­nen Dau­er­auf­trag gestoppt. Wird sich die Bank nun auto­ma­tisch an mei­nen Mann wen­den? Ant­wort: Nein. Sie haben Ihre vertraglichen

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