Frage der Woche

Änderungskündigung rechtsmissbräuchlich?

Fra­ge: Mein Chef hat mir eine soge­nann­te Ände­rungs­kün­di­gung unter­brei­tet. Wenn ich nicht einen um 400 Fran­ken tie­fe­ren Lohn akzep­tie­re, wer­de er mei­nen Arbeits­ver­trag unter Ein­hal­tung der Kün­di­gungs­frist auf­lö­sen. Grund für die­ses Vor­ge­hen sei­en die mir bekann­ten wirt­schaft­li­chen Schwie­rig­kei­ten der Fir­ma, er kön­ne sich mei­nen bis­he­ri­gen Lohn nicht mehr lei­sten. Nun habe ich gehört, eine sol­che Ände­rungs­kün­di­gung sei rechts­miss­bräuch­lich und ungül­tig. Stimmt das?

Ant­wort: Nein. Eine Ände­rungs­kün­di­gung ist grund­sätz­lich zuläs­sig. Akzep­tiert dabei der Arbeit­neh­mer die neu­en Arbeits­be­din­gun­gen nicht, endet das Arbeits­ver­hält­nis mit Ablauf der Kün­di­gungs­frist. Wer­den hin­ge­gen die neu­en Bedin­gun­gen akzep­tiert, tre­ten die­se nach Ablauf der Kün­di­gungs­frist in Kraft. Rechts­miss­bräuch­lich ist eine Ände­rungs­kün­di­gung nur dann, wenn der Arbeit­ge­ber ver­langt, dass die neu­en Ver­trags­be­din­gun­gen per sofort, das heisst nicht erst nach Ablauf der ordent­li­chen Kün­di­gungs­frist, gel­ten. Zudem kann gemäss Bun­des­ge­richt eine Ände­rungs­kün­di­gung miss­bräuch­lich sein, wenn es für die erheb­li­che Ver­schlech­te­rung der Arbeits­be­din­gun­gen kei­ne sach­li­che Recht­fer­ti­gung gibt. Dies dürf­te bei Ihnen nicht der Fall sein, wes­halb das Vor­ge­hen Ihres Chefs kor­rekt ist. Eine Form ist für die Ände­rungs­kün­di­gung im Übri­gen nicht vor­ge­schrie­ben, die­se kann also auch münd­lich erfol­gen. Im Wei­te­ren darf wäh­rend der gesetz­lich fest­ge­leg­ten Kün­di­gungs­sperr­fri­sten bei Krank­heit, Mili­tär­dienst und Schwan­ger­schaft kei­ne Ände­rungs­kün­di­gung erfol­gen. Erhal­ten innert 30 Tagen vie­le oder gar alle Mit­ar­bei­ter eines grös­se­ren Betriebs (ab 20 Mit­ar­bei­ter) Ände­rungs­kün­di­gun­gen, sind die Regeln über die Mas­sen­ent­las­sung zu beach­ten. Das heisst, es braucht eine Kon­sul­ta­ti­on der Arbeit­neh­mer­ver­tre­ter sowie eine Mit­tei­lung an das zustän­di­ge Arbeitsamt.

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Hätten Sie es gewusst?

Muss ich Überstunden «abbauen»?

Fra­ge: Seit Anfang Jahr arbei­te ich wegen gros­ser Auf­trä­ge deut­lich mehr als ver­ein­bart. Nun sagt mein Chef, ich müs­se die ange­sam­mel­ten Stun­den bis Ende Jahr mit Frei­zeit kom­pen­sie­ren – sonst sei­en sie weg. Darf er das tat­säch­lich anordnen?

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Wenn das Gratispäckli plötzlich kostet

Fra­ge: Letz­ten Monat lag ein klei­nes Päck­li im Brief­ka­sten: zwei Fläsch­chen mit Duft- und Bade­zu­sät­zen. Ich hielt es für ein Wer­be­ge­schenk und freu­te mich dar­über. In den nach­fol­gen­den Tagen habe ich die Pro­duk­te bereits benutzt. Zwei Wochen spä­ter kam plötz­lich eine Rech­nung: 29 Fran­ken, weil ich die Ware nicht zurück­ge­schickt hät­te. Bestellt habe ich nichts. Muss ich zahlen?

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Cornel Wehrli Rechtsanwalt

Cornel Wehrli, Rechtsanwalt

Cornel ist mit Priska verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er wohnt in Frick. Als Mitglied des internationalen Serviceclubs Kiwanis gilt sein soziales Engagement den Kindern. In seiner Freizeit geniesst er seine Freiheit auf dem Motarrad oder unter dem Gleitschirm. Wenn Cornel kein Anwalt geworden wäre, würde er sein Geld als Gleitschirm-Testpilot verdienen.

Mein Leitsatz:

«Gesetzeskenntnis allein genügt nicht. Es gilt immer den Menschen mit seinen Sorgen und Wünschen zu erkennen, um gemeinsam den Erfolg anzustreben.»

Haben Sie gewusst?

Cornel hält den Wecker für eine der dümmsten Erfindungen der Menschheit.