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“Nur-Ja-heisst-Ja” gilt der­zeit im Sexu­al­straf­recht nicht (19. Mai 2022)

Das gel­ten­de Sexu­al­straf­recht kann nicht so aus­ge­legt wer­den, dass die feh­len­de Ein­ver­ständ­nis­er­klä­rung zu einer sexu­el­len Hand­lung («Nur-Ja-heisst-Ja») aus­reicht, um einen Beschul­dig­ten wegen eines Sexu­al­de­likts zu verurteilen.

Quel­le: Bundesgericht

Beweis­ver­wer­tungs­ver­bot bei ver­deck­ter Ermitt­lung (13. Mai 2022)

Im Lau­fe einer ver­deck­ten Ermitt­lung gestand der aber­gläu­bi­sche Beschul­dig­te einer ver­deck­ten Ermitt­le­rin, wel­che als Wahr­sa­ge­rin auf­trat, den Mord an sei­ner Ehe­frau. Die «Wahr­sa­ge­rin» hat­te dabei mas­siv auf den Beschul­dig­ten ein­ge­wirkt. Die­ser Beweis ist daher nicht verwertbar.

Quel­le: Bundesgericht

Enge Aus­le­gung des Begriffs der lebens­prä­gen­den Ehe (5. Mai 2022) 

Gemäss Bun­des­ge­richt ist eine Ehe, die bis zur Tren­nung drei Jah­re andau­er­te, trotz der Geburt eines gemein­sa­men Kin­des rund ein Jahr vor der Tren­nung und danach geleb­ter “klas­si­scher” Rol­len­tei­lung nicht als lebens­prä­gend einzustufen.

Quel­le: Bundesgericht

Ver­fah­rens­dau­er bei Unter­su­chungs­haft (21. April 2022)

Die Gerichts­ver­hand­lung ist bei einem inhaf­tier­ten Beschul­dig­ten innert 6 Mona­ten nach Ankla­ge­er­he­bung anzu­set­zen, sofern es sich nicht um einen beson­ders kom­ple­xen Fall han­delt. Bei einer wesent­lich grös­se­ren Ver­zö­ge­rung ist der Beschul­dig­te aus der Haft zu entlassen.

Quel­le: Bundesgericht

Imp­fung bei gemein­sa­men Sor­ge­recht (7. April 2022)

Eine Mut­ter muss ihren Sohn im Vor­schul­al­ter gegen ihren Wil­len imp­fen las­sen. Da der Vater und die Frau nicht einig waren, gilt bei gemein­sa­men Sor­ge­recht die BAG-Emp­feh­lung. Das Bun­des­ge­richt hat ein ent­spre­chen­des Urteil des Ober­ge­richts des Kan­tons Aar­gau bestätigt.

Quel­le: Bundesgericht

Len­ker trotz Fah­rer­as­si­stenz­sy­stem für Ein­hal­tung der Abstands­re­geln ver­ant­wort­lich (14. März 2022)

Ein im Per­so­nen­wa­gen vor­han­de­nes Fah­rer­as­si­stenz­sy­stem mit Abstands­re­gel­tem­po­mat oder adap­ti­ver Geschwin­dig­keits- bzw. Dis­tanz­re­ge­lung befreit den Fahr­zeug­len­ker nicht von sei­ner Pflicht, die Abstands­re­geln einzuhalten.

Quel­le: Bundesgericht

Jun­ge SVP wegen Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rung ver­ur­teilt (17. März 2022)

Das Bun­des­ge­richt weist die Beschwer­den der bei­den Co-Prä­si­den­ten der Jun­gen SVP des Kan­tons Bern gegen ihre Ver­ur­tei­lung wegen Ras­sen­dis­kri­mi­nie­rung ab. Die Vor­in­stanz hat­te sie im Zusam­men­hang mit einem Online-Bei­trag zu Tran­sit­plät­zen für aus­län­di­sche Fah­ren­de schul­dig gespro­chen. Die­ser ent­hielt eine Kari­ka­tur eines Tran­sit­plat­zes für Fah­ren­de mit einem Abfall­berg. Im Hin­ter­grund war eine dun­kel­häu­ti­ge Per­son zu sehen, die im Frei­en ihre Not­durft ver­rich­tet. Im Vor­der­grund wur­de eine als Schwei­zer erkenn­ba­re Per­son (Tracht und Kap­pe mit Schwei­zer­kreuz) abge­bil­det, die sich mit ange­wi­der­tem Gesicht die Nase zuhält. Auf der Kar­ri­ka­tur fand sich der Text «Mil­lio­nen­ko­sten für Bau und Unter­halt, Schmutz, Fäka­li­en, Lärm und Dieb­stahl etc. Gegen den Wil­len der Gemein­de­be­völ­ke­rung». Unter dem Bild folg­te der Text «Wir sagen NEIN zu Tran­sit­plät­zen für aus­län­di­sche Zigeuner».

Quel­le: Bundesgericht

Aus­schluss aus der Armee (11. März 2022)

Ein Waadt­län­der wur­de zurecht aus der Armee aus­ge­schlos­sen, weil er wegen Angriffs, Frei­heits­be­rau­bung und Ent­füh­rung ver­ur­teilt wur­de. Der Mann hat­te mit Kol­le­gen einen Jugend­li­chen ent­führt und geschla­gen, wel­cher ihnen drei Hanf­pflan­zen gestoh­len hatte.

Quel­le: Bundesverwaltungsgericht

Key­log­ger zuläs­sig (11. Febru­ar 2022)

Das Bun­des­ge­richt hat den Ein­satz eines soft­ware-basier­ten Key­log­gers zur Auf­zeich­nung der Tasta­tur­ein­ga­ben eines Ver­däch­tig­ten in einem Straf­ver­fah­ren bewil­ligt. Als «tech­ni­sches Über­wa­chungs­ge­rät» im Sin­ne des Geset­zes gel­te neben einem phy­si­schen Key­log­ger auch eine ent­spre­chen­de Software.

Quel­le: Bundesgericht

Ver­ur­tei­lung eines min­der­jäh­ri­gen Kli­ma­ak­ti­vi­sten (9. Febru­ar 2022)

Das Bun­des­ge­richt hat die Ver­ur­tei­lung eines min­der­jäh­ri­gen Kli­ma­ak­ti­vi­sten bestä­tigt. Die­ser hat­te sich der Anord­nung der Poli­zei wider­setz­te, die Vor­hal­le einer Pen­si­ons­kas­se in Lau­sanne zu ver­las­sen. Natur­er­eig­nis­se, die auf­grund der glo­ba­len Kli­ma­er­wär­mung ein­tre­ten, kön­nen nicht mit einer dau­er­haf­ten und unmit­tel­ba­ren Gefahr gleich­ge­setzt wer­den, wel­che es erlau­ben wür­de, sich auf den straf­recht­li­chen Not­stand zu berufen.

Quel­le: Bundesgericht

Sicher­heits­haft bei Auto­un­fall (3. Febru­ar 2022)

Die Sicher­heits­haft (Haft zur Siche­rung des Straf­voll­zugs) für einen im Dezem­ber wegen mehr­fa­cher even­tu­al­vor­sätz­li­cher Tötung vor erster Instanz schul­dig gespro­che­nen Auto­len­ker bleibt bestehen. Dies hat das Bun­des­ge­richt ent­schie­den, weil beim Betrof­fe­nen von Flucht­ge­fahr aus­zu­ge­hen ist. Der Mann raste mit sei­nem Auto vor einer Bau­stel­le mit mehr als 150 Kilo­me­tern pro Stun­de neben der lang­sam vor­an­kom­men­den Kolon­ne vor­bei. Kurz bevor es zur Kol­li­si­on mit einem schwe­ren Bau­stel­len­fahr­zeug gekom­men wäre, schwenk­te er nach rechts in die Kolon­ne. Bei der anschlies­sen­den Kol­li­si­on wur­den drei Per­so­nen getötet.

Quel­le: Bundesgericht

Kon­ta­mi­nier­tes Geld ein­zie­hen (20. Janu­ar 2022)

Obwohl das Ver­fah­ren wegen Geld­wä­sche­rei ein­ge­stellt wur­de, dür­fen gemäss Bun­des­ge­richt 100’000 Euro, wel­cher ein Mann bei sei­ner Ein­rei­se in die Schweiz auf sich trug, beschlag­nahmt wer­den. Die Bank­no­ten wie­sen Spu­ren von Dro­gen auf, wel­che angeb­lich deut­lich höher als bei den sonst im Umlauf befind­li­chen Euro-Noten waren.

Quel­le: Bundesgericht

Ver­ge­wal­ti­gung auch ohne kör­per­li­che Gegen­wehr (06. Janu­ar 2022)

Das Bun­des­ge­richt hat ein Urteil auf­ge­ho­ben, in wel­chem die Wal­li­ser Justiz einen Mann vom Vor­wurf der Ver­ge­wal­ti­gung und sexu­el­len Nöti­gung sei­ner Freun­din frei­ge­spro­chen hat. Die auf Video fest­ge­hal­te­nen Aus­sa­gen der Frau wäh­rend der Tat zei­gen laut Bun­des­ge­richt, dass sie sich aus Angst vor ihrem Part­ner nicht kör­per­lich wehrte.

Quel­le: Bundesgericht

Füh­rer­aus­weis­ent­zug bei 231 km/h (17. Dezem­ber 2021)

Das Bun­des­ge­richt hat die Beschwer­de eines Auto­fah­rers abge­wie­sen, wel­cher mit 231 km/h auf der Auto­bahn unter­wegs war. Der Mann muss nun sei­nen Füh­rer­aus­weis für 27 Mona­te abgeben.

Quel­le: Bundesgericht

Recht­zei­ti­ge Infor­ma­ti­on über Sie­ge­lungs­mög­lich­keit im Straf­ver­fah­ren (18. Novem­ber 2021)

Sofern eine Unter­su­chungs­be­hör­de Auf­zeich­nun­gen und Gegen­stän­de vor­läu­fig sicher­stellt, so hat sie deren Inha­ber anläss­lich der Haus­durch­su­chung dar­über zu infor­mie­ren, dass er eine Sie­ge­lung ver­lan­gen kann, falls er Geheim­nis­rech­te gel­tend machen möch­te. Die­se Infor­ma­ti­on muss spä­te­stens nach Abschluss der Haus­durch­su­chung erfolgen.

Quel­le: Bundesgericht

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